Zum islamischen Opferfest Eid hat der UN-Sondergesandte für Syrien, Lakhdar Brahimi, einen Waffenstillstand zwischen der Assad-Regierung und bewaffneten Aufständischen ausgehandelt. Aufbauend auf seinen zahlreichen Kontakten und den 30 in Syrien unterstützten Komitees berichtet Adopt a Revolution hier ab Freitag früh über die Umsetzung des Waffenstillstands.

Zusammenfassung – Kein Waffenstillstand aber ein bischen besser
Kein wirklicher Waffenstillstand in Syrien. Allein am Freitag gab laut unseren Partnernetzwerkes der Lokalen Koordinations Komitees (LCC) in Syrien 103 Tote. Auch am Samstag gab es 62 Tote (Stand 18 Uhr, Samstag). Das sind zwar deutlich weniger Tote als die Tage zuvor, die LCC haben jedoch allein am Freitag bereits 292 Verletzungen der Waffenruhe gezählt. Keine Waffenruhe, aber es ist zumindestens insgesammt etwas ruhiger geworden. Vor allem aber hat die Ankündigung zur Waffenruhe zu einer hohen Zunahme von Demonstrationen in ganz Syrien geführt. In den nächsten Tagen werden wir ausführlich über den Fortbestand der Waffenruhe und anderen Ereignissen berichten. Aktuelle Informationen und Berichte der Komitees finden sie hier: https://www.adoptrevolution.org/category/syrischer-fruhling-blog/

Die meisten Informationen in diesem Ticker stammen von den über 30 Komitees, die Adopt a Revolution in Syrien unterstützt. Für ihre tägliche Arbeit brauchen sie dringend finanzielle Unterstützung. Können Sie etwas dazu beitragen?

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+++ Freitag, 26. Oktober +++

20:30 Uhr – Syrien: Mindestens 81 Tote heute

Zweifelhafter Waffenstillstand: Die LCC, unser Partner-Netzwerk aus syrischen Basiskomitees, hat heute bereits 81 Todesopfer gezählt, zehn davon wurden von der Autobombe in Damaskus getötet. Mit 36 wurde fast die Hälfte in Damaskus und den Vorstädten getötet. Mit inzwischen bestätigten über 300 Demonstrationen haben sich dennoch wieder deutlich mehr Menschen in Syrien auf die Straße getraut und mit bunten Protesten ein Ende des Assad-Regimes gefordert. Wir zollen den AktivistInnen, die heute unbewaffnet demonstriert haben, unseren größten Respekt.

20:05 Uhr – Zohur, Damaskus: Wütende Demonstration nach Autobombe

Unmittelbar im Anschluss an die Explosion einer Autobombe demonstrieren die Menschen in Zohur wütend gegen das Regime. Bei dem Versuch, den Explosionsort zu filmen, ist ein junger Mann von Sicherheitskräften erschossen worden, ein weiterer wurde verletzt. Er wurde in ein Untergrund-Krankenhaus gebracht, weil Menschen mit Schusswunden in normalen Krankenhäusern in der Regel verhaftet werden.

19:55 Uhr – Zalamka, Damaskus: Luftangriffe mit Kampfflugzeugen

Heute Mittag waren wir noch davon ausgegangen, dass es bislang keine schweren Luftangriffe gab. Doch jetzt korrigieren uns AktivistInnen: Am Nachmittag wurde der Damaszener Vorort Zamalka aus der Luft bombardiert.

19:50 Uhr – Jobar, Damaskus: Lebendige Proteste

Wahnsinn! So lebendig kann Widerstand sein, selbst in Syrien, wo die Menschen gerade so viel durchmachen müssen, gibt es bunte Demonstrationen. Hier eine Demonstration in Jobar, einem Vorort von Damaskus.

19:45 Uhr – Syrien: AktivistInnen brauchen finanzielle Unterstützung

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19:35 Uhr – Syrien: Unbewaffnete schöpfen Hoffnung

AktivistInnen sehen die vielen und starken Demonstrationen als Hinweis darauf, dass die Menschen in Syrien keine Entscheidung mit Waffengewalt wollen. Bislang hat es scheinbar über 300 Demonstrationen gegeben, weitere könnten im Lauf des Abends hinzukommen. „Wir hoffen, dass es in den nächsten Tagen so weitergeht, denn wir wollen nicht, dass Kämpfe über unser Schicksal entscheiden“, so ein Aktivist aus dem Netzwerk der gewaltfreien Aktionen. Er kritisiert aber, dass es quasi keinen Waffenstillstand gegeben hat.

19:30 Uhr – Aleppo: Kämpfe nach Demonstration

Im Stadtteil Ashrafiya von Aleppo kommt es aktuell zu Kämpfen und Geiselnahmen im Anschluss an eine große Demonstration. Es scheint sich um eine Auseinandersetzung zwischen der islamistischen, Al-Qaida nahestehenden Al-Nusra Brigade und der kurdischen PKK zu handeln, wie AktivistInnen vermuten. Regimekräfte sind nicht involviert.

19:12 Uhr – Homs: Starke Demonstrationen in Homs

Ein beeindruckendes Beispiel für den Mut der AktivistInnen sind die heutigen Demonstrationen in Homs. Die Stadt ist seit über sechs Monaten belagert und die Menschen leben seitdem mit den täglichen Angriffen und Beschüssen. Doch der Waffenstillstand heute – wenn auch brüchig – bot seit langem wieder die Möglichkeit, zu demonstrieren. Mehrere Demonstrationen fanden im Lauf des Tages statt und sie waren gut besucht. Die Menschen sind wütend auf das Regime und tragen diese Wut noch immer mit Demonstrationen auf die Straße.

19:00 Uhr – Syrien: Aktivisten hoffen auf anhaltende Demonstrationen

AktivistInnen zeigen sich erfreut über die große Anzahl an Demonstrationen heute. Der Waffenstillstand hat zahlreiche Menschen ermutigt, wieder auf die Straße zu gehen, um gegen das Regime zu protestieren. Doch es wird spannend, wie es weitergeht: Heute war der erste von vier aufeinander folgenden Feiertagen. Es wird abgewartet, wie es in den kommenden Tagen weiter geht.

18:25 Uhr – Damaskus: Mutige Demonstrationen im Zentrum von Damaskus

Studierende nutzen die Hoffnung auf einen wirklichen Waffenstillstand, um auch an kritischen Orten zu demonstrieren. Auch im zentralen Basar von Damaskus fand eine Demonstration statt, die allerdings aus Sicherheitsgründen eher kleiner ausfiel. „Wir wollen dem Regime zeigen, dass wir uns nicht abschrecken lassen. Wir wollen ihm zeigen, dass wir trotz seiner Waffen und Angriffe den Mut nicht verlieren“, erhielten wir per Skype als Kommentar zum Video.

18:15 Uhr – Zohur, Damaskus: Große Demonstration am Ort der Explosion

Ganz in der Nähe der Explosion der Autobombe von heute Nachmittag haben die BewohnerInnen eine Demonstration gestartet, wie AktivistInnen aus dem Damaszener Stadtteil Zohur berichten. Sie beschuldigen das Regime, für die Explosion verantwortlich zu sein und verlangen eine Bestrafung der Täter sowie einen Rücktritt des Regimes. „Ist es nicht unvorstellbar, dass wir bei einer solchen Explosion sofort an unsere Regierung denken?“, fragt ein Aktivist um zu verdeutlichen, wie sie sich sicher sein können, dass das Regime hinter der Autobombe steckt. „Wir wissen nicht wer es war, aber das trauen wir nur unserer Regierung zu.“

18:00 Uhr – Damaskus: AktivistInnen-Netzwerk hält sich mit Einschätzung zurück

Unser syrischer Partner SRGC, ein AktivistInnen-Netzwerk, hält sich heute mit einer Einschätzung der Lage zurück. Eigentlich veröffentlichen sie sonst zu jedem größeren Ereignis ein eigenes Statement, aber angesichts der unübersichtlichen Lage halten sie sich heute zurück. „Wir wollen nicht vorzeitig etwas verurteilen oder schönreden. Es ist einfach noch unklar, was die jüngste Brahimi-Initiative gebracht hat, aber jedenfalls keine vollständige Waffenruhe, das ist sicher.“

17:40 Uhr – Zusammenfassung II

Der Tag in Syrien hat heute wegen der Waffenruhe deutlich ruhiger begonnen, als in den letzten Wochen. In vielen Orten wurden deshalb Demonstrationen versucht, die aber trotzdem oft angegriffen wurden. Insbesondere tagsüber schien die Lage in vielen Orten ruhiger zu sein, abgesehen von den Damaszener Vororten und in der Provinz Idlib. Trotzdem befürchten die AktivistInnen, dass die Waffenruhe nicht halten wird. Ein Anzeichen war eine Autobombe im Süden von Damaskus, die mindestens fünf Menschen das Leben kostete. Außerdem wurden bis Sonnenuntergang bereits 48 Menschen von Regime-Soldaten getötet, sowie wohl neun Soldaten.

17:30 Uhr – Damaskus: Fünf Tote bei Autobombe

Bei der Explosion der Autobombe im Süden von Damaskus sind fünf Menschen ums Leben gekommen, 32 wurden verletzt, wie Al Jazeera unter Berufung auf die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA berichtet.

17:10 Uhr – Aleppo: AktivistInnen wenig optimistisch bei Sonnenuntergang

Zwar war der Tag in Aleppo relativ ruhig, aber AktivistInnen verweisen darauf, dass die Kämpfe in der Vergangenheit vor allem in der Nacht stattgefunden haben. Deshalb sind sie aktuell wenig optimistisch, dass der Waffenstillstand tatsächlich hält.

Freedom for Syria

16:55 Uhr – Damaskus: Autobombe explodiert in südlichen Vororten

Wie AktivistInnen und staatliche Medien übereinstimmend berichten, ist im Süden von Damaskus eine Autobombe explodiert. In der Vergangenheit haben sich beide Seiten häufig gegenseitig beschuldigt, hinter solchen Anschlägen zu stehen.

16:50 Uhr – Syrien: Aktivisten-Netzwerke zählen über 100 Brüche des Waffenstillstands

AktivistInnen unseres Partner-Netzwerks LCC haben heute bisher 48 Tote in allen Regionen Syriens gezählt, darunter 5 Frauen und 4 Kinder. In Damaskus und den Vororten hat es mit 14 am meisten Tote gegeben, mit 10 Toten waren es die zweit meisten in der Provinz Idlib. Beides waren auch die Schwerpunkte der berichteten Kämpfe heute. Gleichzeitig verzeichneten die AktivistInnen 110 Brüche des Waffenstillstands seitens des Regimes. Die oppositionelle Stelle zur Beobachtung der Menschenrechte spricht von neun getöteten Soldaten in der Provinz Idlib, in der die islamistischen Al-Nusra Brigaden aktiv sind. Die Brigaden, die von vielen Oppositionellen nicht als Teil der Opposition anerkannt werden, hatten angekündigt, sich nicht an die Waffenruhe zu halten.

16:35 Uhr – Aleppo (Nachtrag): Freie Syrische Armee hält sich weitgehend an die Waffenruhe

AktivistInnen berichten, dass sich die FSA natürlich weiter in der Stadt befindet, aber die Kämpfe eingestellt hat. Nur vereinzelt gibt es Schießereien, aber die Rebellen haben ohnehin wenig Waffen und Munition zur Verfügung, so dass sie besser vorsichtig damit umgehen.

16:25 Uhr – Aleppo: Bislang acht Tote durch Bombardements

In Aleppo haben die Straßenkämpfe heute Nacht aufgehört. AktivistInnen berichten, dass nicht mehr – wie in den letzten Wochen und Monaten – um jeden Häuserblock und Straßenzug gekämpft wird. Stattdessen beschießt das Militär Stadtteile, die es nicht mehr kontrolliert, mit Granaten und von Flugzeugen aus. Dabei sind bislang heute acht Menschen ums Leben gekommen. Dennoch wird die Lage als deutlich ruhiger eingeschätzt.

16:18 Uhr – Berlin/Leipzig: Spendenaufruf

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16:08 Uhr – Syrien: Al Jazeera berichtet von größten Demos seit langem

Nach Einschätzung des Senders Al Jazeera gab es heute bisher die größten Demonstrationen seit langem. Zwar schätzen auch die JournalistInnen des Senders, dass der Waffenstillstand höchstens teilweise eingehalten worden ist, mit besonders heftigen Kämpfen in Maaret al-Numan an der Verbindungsstraße Damaskus-Aleppo und im Damaszener Vorort Duma. Zugleich hätte es aber auch Demonstrationen mit mehreren tausend Menschen gegeben.

16:00 UhrDuma, Damaskus Vorort: Angriffe halten weiter an

Im Damaszener Vorort Duma gehen die Angriffe weiter. Insbesondere vom Stützpunkt an der Maslakh Kreuzung aus, werden immer wieder Menschen beschossen. Aktivisten berichten, dass dort gerade eben ein Kind erschossen wurde.

15:42 Uhr – Al Hasaka: Demonstrationen wie Straßenfeste

In den kurdischen Gebieten sehen die Demonstrationen heute häufig aus wie Straßenfeste. Menschen gehen in ihren besten Kleidern auf Demonstrationen, verlangen das Ende des Assad-Regimes und feiern das Opferfest. In den kurdischen Gebieten war es bereits seit Juli deutlich ruhiger, die Armee hat die Kontrolle in großen Teilen abgegeben. Dafür gibt es an vielen Stellen Konflikte um die Vorherrschaft zwischen der PKK-nahen PYD und anderen kurdischen Gruppen, darunter die Komitees, die den Aufstand gegen das Assad-Regime angestoßen haben.

15:30 Uhr – Deutschland

Während deutsche Medien in weiten Teilen berichten, der Waffenstillstand wäre bereits nach wenigen Stunden gebrochen und damit obsolet, sind AktivistInnen in Syrien weiter verhalten optimistisch. Die Lage ist verhältnismäßig ruhig, auch wenn es erste Angriffe gab. Viele grenzen sich verstärkt von den islamistischen Al-Nusra Brigaden ab, die wohl einen Angriff auf einen Militärstützpunkt an der Straße von Damaskus nach Aleppo unternommen haben.

15:20 UhrTafas, Daraa: Erste ruhige Demonstration seit Langem

Seit Monaten war ihr Städtchen und die Region um Tafas heftigen Angriffen des Militärs ausgesetzt. Heute können die BewohnerInnen von Tafas das erste Mal seit langem wieder demonstrieren, ohne dass sofort Angriffe folgen. „Natürlich nutzen wir jeden ruhigen Moment, um zu demonstrieren“, berichtet ein Aktivist.

14:58 Uhr – Syrien: Angriffe gezielt auf Demonstrationen

In den letzten Wochen hatte das Regime seine Angriffe vor allem auf Gegenden konzentriert, in denen es auch bewaffnete Rebellen gab. Heute werden jedoch auch direkt Demonstrationen angegriffen. Aus der Stadt Ar-Raqqa am Eufrat berichten AktivistInnen von gezielten Schüssen auf ihre Demonstration auf dem Alten Hal Markt.

14:45 Uhr – Syrien: Demonstrationen werden größer

Aus vielen Orten bekommen wir die Information, dass es nicht nur mehr, sondern auch wieder größere unbewaffnete Demonstrationen gibt. Die Ankündigung der Waffenruhe hat bei vielen Menschen das Vertrauen geweckt, wieder auf eine Demonstration gehen zu können. Ein Beleg dafür ist dieses Bild aus dem Damaszener Stadtteil Jobar.

Große Demonstration in Jobar, Damaskus gegen das Assad-Regime

14:15 Uhr – Homs: Die Stadt in Trümmern und trotzdem Protest

„Es gibt und Hoffnung und ist eigentlich viel Wichtiger als die Frage ob der Waffenstillstand eim Detail eingehalten wird oder nicht: die Menschen in Homs demonstrieren wieder“ so ein Menschenrechtsaktivist im Skype Gespräch. Mehrfach wurde Homs massiv über Monate von dem Militär belagert. Ganze Stadtteile sind zerstört und verlassen. Heute gingen die Menschen trotzdem wieder auf die Straße.

13:55 Uhr – Syrien: Viele Demonstrationen, wenig Berichterstattung

Es gibt so viele Demonstrationen in Syrien wie schon lange nicht mehr. Doch in der intensiven Berichterstattung der arabischen Sender Al Jazerra und Al Arabiya kommen sie kaum vor. Das stellt die AktivistInnen vor ein Problem, denn mit den Demonstrationen transportieren sie ihre politischen Forderungen. Indem nur Gefechte und radikalere Proteste gezeigt werden, können sie ihre politische Message nicht mehr verbreiten.

13:20 Uhr – Aleppo: Panzer Beschuss im Wohnviertel

War es vom Vormittag verhältnismäßig ruhig in Aleppo, bekommen wir grade erste Berichte von Beschuss durch die Armee. Im Stadteil Arqoub von Aleppo haben Panzer die in der Nähe der Maysalong Brücke stehen, dass Feuer eröffnet. Gleichzeitig finden momentan viele Demonstrationen in Aleppo statt.

13:00 Uhr – Zusammenfassung 1: Viele Demonstrationen, weniger Kämpfe, aber keine Waffenruhe

Sie sind wieder da, die vielen Proteste und Demonstrationen. Bereits am frühen morgen demonstrierten ermutigt durch die angekündigte Waffenruhe, in vielen Städten Menschen. Auch momentan erreichen uns minütlich Meldungen von Demonstrationen. Viele der Aktivisten berichten uns, dass es bis jetzt deutlich weniger Militäraktivitäten gibt, eine komplette Waffenruhe ist es jedoch nicht. Während einige Städte immer noch mit Mörsergranaten beschossen werden, sind in Vorstädten von Damaskus vier Menschen von Scharfschützen der Syrischen Armee erschossen worden. Insgesamt gab es bisher 19 Tote. Im Norden des Landes haben die Al-Nusra Brigaden, von denen sich die meisten Revolutionäre seit langem distanzieren, eine Militärbasis angegriffen. In Aleppo ist es bisher bis auf viele Demonstrationen verhältnismäßig ruhig. Für heute Nachmittag erwarten wir weitere größere Proteste.

12:35 Uhr – Syrien: 42 Verletzungen des Waffenstillstandes dokumentiert

Unser Partnernetzwerk der Lokalen Koordinierungskomitees in Syrien hat bis 12 Uhr heute (13 Uhr syrische Ortszeit) bereits 42 Verletzungen des Waffenstillstandes dokumentiert. Es gab bislang heute 19 Tote, die meisten in Homs und in den Vorstädten von Damaskus.

12:25 Uhr – Maaret al-Numan: Kämpfe bei Militärbasis

Laut Al Jazeera gab es heftige Kämpfe in der Nähe der Militärbasis Maaret al-Numan im Norden Syriens. Beteiligt an den Kämpfen sollen die islamistischen Al-Nusra Brigaden sein. Diese hatten vorher erklärt nur unter Bedingung der sofortigen Freilassung aller Gefangenen und des Rückzugs des Militärs aus den Städten einzuhalten. Die AL-Nusra Brigade sind in der Vergangenheit mehrfach von den AktivistInnen in Syrien stark kritisiert worden.

11:50 Uhr – Zamalka, Damaskus: Menschen unter Beschuss – ein Toter

Wegen der relativen Ruhe und des hohen Feiertages versuchen viele Menschen in die Orte und ihre Häuser zurück zu kehren aus denen sie geflüchtet waren. Immer wieder geraten sie dabei unter den Beschuss von Scharfschützen. So wie Omar Shulah, der auf der Rückkehr in seinen Ort Erbin heute Morgen in der Nähe des Checkpoints in Zamalka erschossen wurde.

11:40 Uhr – Damaskus: Angst vor der Zeit nach der Waffenruhe

Auf die Frage ob sie glaube dass die Waffenruhe halten würde antwortet die Aktistin Dana aus Damskus „Ich habe keine Angst davor ob die Waffenruhe hält. Angst habe ich vor der Zeit darnach. Die letzten beiden male hat das Regime nach einer Waffenruhe umso brutaler Reagiert und es ist deutlich schlimmer für uns geworden. Davor habe ich Angst.“

11:12 Uhr – Syrien: Zahlreiche Demonstrationen zu den Mittagsgebeten

Aus verschiedenen Landesteilen kommen aktuell Meldungen von unbewaffneten Demonstrationen nach den Mittagsgebeten. Die Moscheen werden noch immer als Anlaufpunkte genommen, um sich versammeln zu können. Videos haben wir aktuell bekommen aus Homs, Al Qabun und Djober, Damaskus.

11:08 Uhr – Damaskus: Mut durch Ankündigung der Waffenruhe

StudentInnen aus Damaskus schicken uns dieses Video von gestern Nachmittag. In Erwartung der Waffenruhe protestierten sie inmitten des Bazars direkt an der zentralen Umayyaden-Moschee, einem für das Regime hoch sensiblen Bereichs.

11:00 Uhr – Al Asali, Damaskus: Kampfhubschrauber feuern fünf Raketen ab

Kein Waffenstillstand in Damaskus? Aktivisten berichten aus dem Damaszener Stadtteil Al Asali den Einschlag von fünf Raketen, abgefeuert von Kampfhubschraubern. Auch der Stadtteil Qunaitra sei von Mörsergranaten beschossen worden.

10:55 Uhr – Harasta, Vorort Damaskus: Drei Tote durch Scharfschützen

Bereits heute morgen haben uns AktivistInnen von Beschuss durch Scharfschützen in Harasta berichtet. Laut Angaben der Komitees vor Ort sind inzwischen leider drei Menschen den Kugeln der Scharfschützen dort zum Opfer gefallen, eine weitere Person ist schwerverletzt.

10:35 Uhr – Duma, Vorort Damaskus: Beschuss mit Mörsergranaten

Das Militär hat Duma, einem Vorort von Damaskus, mit Mörsergranaten beschossen. Auf diesem Video, welche AktivistInnen eben mit ihrem Handy aufgenommen haben, ist der Beschuss zu hören.

10:18 Uhr – Duma, Vorort Damaskus: Explosion und Schüsse

In Duma spitzt sich die Lage nach Angaben von AktivistInnen von dem dortigen Basiskomitee zu. Es kam am Shuhadaa‘ Platz zu einer Explosion, Scharfschützen beschießen Passanten in der Nähe der Stadtbäckerrei.

10:15 Uhr – Damaskus Vorort: Scharfschützen stellen Feuer nicht ein

Aktivisten aus einem Damaszener Vorort berichten uns, dass in Harasta nach wie vor Scharfschützen auf den Dächern liegen und sporadisch das Feuer eröffnen. Drei Menschen wurden dabei am Morgen bereits verletzt. Kein Einzelfall, auch aus Duma und Jobar (Vorort von Damaskus) wird uns von Scharfschützen berichtet.

10:05 Uhr – Damaskus: Assad zum Gebet

Das syrische Staatsfernsehn berichtet, dass Präsident Assad sich zum Morgengebet in einer Moschee irgendwo in Damaskus eingefunden hätte. Ein Aktivist bei uns im Büro korrigiert: „Das ist nicht irgendeine Moschee, sondern die Al Rawda Moschee. Also die Moschee welche am nächsten zum Präsidentenpalast liegt.“

9:55 Uhr – Syrien: Demonstrationen prägen den Morgen

Immer mehr Videos von Demonstrationen nach dem Morgengebet in Syrien trudeln bei uns ein. Es scheint als hätte die angekündigte Waffenruhe den Menschen in Syrien Mut gegeben wieder auf die Strasse zu gehen. Gegen frühen Nachmittag ertwarten wir große Demonstrationen. Bereits jetzt haben wir Berichte von Demonstrationen in Aleppo, Amuda, Homs, Quaboun, Daraa, Deir Zur, Idlib und Raqaa.

9:40 Uhr – Damaskus: Stadtvierteil eingekesselt

Ein Aktivist aus Damaskus berichtet uns grade via Skype, dass Sicherheitskräfte seinen Stadteil Maschru‘ Dummer in Damaskus umstellt hätten und keinen vor Angst vor Demonstration rauslassen. Geschossen wird allerdings nicht.

9:25 Uhr – Daraa: Erste friedliche Demonstrationen testen Waffenruhe

Die Region Daraa im süden Syriens war nicht nur der Ort wo der Aufstand begann, auch heute sind sie die ersten, die sich mit einer friedlichen Demonstration vorwagen um die Waffenruhe zu testen. Bisher scheint es dort keine Angriffe vom Regime auf die Demonstrationen zu geben.

9:15 Uhr – Syrien: Waffenruhe tritt in Kraft – Zusammenfassung

Ab heute morgen gilt eine Waffenruhe in Syrien, die bis zum Ende des muslimischen Opferfestes am Montag gilt. Die syrische Militärführung und die zentrale Strukturen der Freien Syrischen Armee haben versichert sich an diese zu halten – allerdings mit der Einschränkung das sie auf Aktivitäten der jeweils anderen Seite reagieren würden. Bereits im März hatte Syrien Sondervermittler Kofi Annan einen Friedensplan vereinbart. Das Assad Regime hatte sich damals nicht daran gehalten.

8:30 Uhr -Damaskus: Morgenruhe oder Waffenstillstand?

Eine Aktivistin aus Damaskus berichtet uns von Schüssen die fast die ganze Nacht zu hören gewesen wären aber von relativer Ruhe seit dem der Tag angefangen hat. Sie ist skeptisch ob das wirklich etwas mit der Waffenruhe zu tun hat oder einfach eher wie jeden Tag, wo die Kämpfe eher am Nachmittag ausbrechen.

00:50 Uhr – Berlin: Ticker ab 9 Uhr

Ab 9:00 Uhr werden wir hier über die Umsetzung des Waffenstillstandes, über mögliche Demonstrationen und Einschätzung von AktivistInnen aus Syrien berichten.

00:30 Uhr – Syrien: Mörserbeschuss auch heute Abend

In vielen Städten Syriens ist von Waffenruhe einige Stunden bevor diese beginnen soll wenig zu spühren. Unser Partnernetzwerk die Syrische Revolutions Gernerals Kommission (SRGC) hat uns von Kämpfen und Beschuss in Deir Zur, in Hama, in Aleppo, in Idlib und Daraa berichtet. Sie zählen momentan 106 Tote an diesen Donnerstag in Syrien

+++ Donnerstag, 25. Oktober +++

19:50 Uhr – Damaskus: Weiter Schüsse in der Stadt

Zumindest am Abend berichtet ein studentischer Aktivist im zentralen Damaszener Stadtteil noch von Geräuschen von Schießereien und Explosionen. Aktivisten berichten aus dem Vorort Duma von Beschuss aus Kampfflugzeugen, was mehrere Tote zur Folge hatte.

18:05 Uhr – Syrien: Freie Syrische Armee will sich an Waffenstillstand halten

Ein Kommandeur der Freien Syrischen Armee (FSA) hat zugesichert, dass sich die FSA an die Waffenruhe halten wird. Allerdings wird weiterhin die Forderung nach der Freilassung der politischen Gefangenen bis Freitag festgehalten.

17:09 Uhr – Damaskus: Waffenstillstand unter Bedingungen

Die syrische Militärführung hat so eben verkündet die Kampfhandlungen von Freitag früh (Morgen) bis Montag einzustellen und damit dem Waffenstillstand nachzukommen. Allerdings würden sie auf Angriffe von Rebellen reagieren. Wir werden ab morgen früh in diesem Ticker den Fortgang des Waffenstillstandes aus Sicht der AktivistInnen in Syrien begleiten.

15:50 Uhr – Qamishli

AktivistInnen in den deutlich ruhigeren, kurdischen Gebieten kündigen an, das Eid-Fest aus Solidarität mit der leidenden Bevölkerung im Rest des Landes nicht zu feiern. Lediglich an Waisen und Kinder von Flüchtlingen sollen Geschenke verteilt werden.

Geschenke für Waisenkinder in kurdischen Gebieten

15:25 Uhr – Damaskus: Demonstrationen angekündigt

Die AktivistInnen der Basiskomitees kündigen Demonstrationen für den Fall an, dass die Waffenruhe eingehalten wird. Sie rechnen mit einer deutlichen Zunahme der Zahl der Aktivitäten. Auch wenn in den letzten Wochen häufig trotzdem freitags demonstriert wurde, leiten die unbewaffneten Proteste unter den militärischen Auseinandersetzungen.

13:10 Uhr – Damaskus: Zusammenfassung Friedensabkommen

Für den heutigen Tag hat das Assad-Regime angekündigt zu entscheiden, ob es sich an die Waffenruhe halten wird. Noch ist keine Entscheidung veröffentlicht worden. Seitens der meisten Gruppen der Freien Syrischen Armee wurde eine Einhaltung zugesagt, falls sich das Assad-Regime an die Brahimi-Initiative halten sollte. Die jihadistische
Jabhat al-Nusra Brigaden, haben den Waffenstillstand an die Bedingung der Freilassung von Gefangenen und dem Rückzug des Militärs aus den Städten geknüpft. Die Basiskomitees hatten mehrfach die Jabhat al-Nusra Brigade kritisiert und ihnen abgesprochen, Teil der Revolution zu sein.

12:25 Uhr – Berlin: Spendenaufruf

Die Informationen in diesem Ticker stammen fast ausschließlich von AktivistInnen aus den über 30 Komitees, die Adopt a Revolution in Syrien finanziell unterstützt. Diese Komitees bilden die Basis der aufkeimenden Zivilgesellschaft in Syrien. Unterstützen Sie die Komitees!

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Frühere Ticker-Meldungen von Adopt a Revolution