Ein Überblick über die Themen unserer ReferentInnen:

  • Politische Gefangenschaft, Transitional Justice und die Bedeutung der Bekämpfung staatlicher Gewalt für einen gelungenen Friedensprozess
    Rund 200.000 Menschen sind in syrischen Gefängnissen eingesperrt, etwa 90.000 gelten als „verschwunden“ – ihre Angehörige wissen nicht, wo sie festgehalten werden und auch nicht, ob sie überhaupt noch am Leben sind. Tausende weitere sind bereits in Haft gestorben. Syrische AktivistInnen fordern deshalb zuvorderst Gerechtigkeit. Denn ohne Gerechtigkeit kann es keinen nachhaltigen Frieden geben.
  • Frauenrechte in Syrien und die Rolle von Frauen in der syrischen Revolution
    Frauen kommen in der Berichterstattung über Syrien meist als Opfer vor – als Opfer des Bombenterrors, als trauernde Mütter, als Opfer der Dschihadisten. Nur in den kurdischen Gebieten wurden sie als Akteurinnen in Politik und Militär wahrgenommen. Doch Frauen waren auch an vorderster Front an der Revolution beteiligt. Und so wandet sich auch in den anderen Regionen die Rolle der Frauen – langsam, aber sicher.
  • Zivilgesellschaft und ziviler Widerstand in den Oppositionsgebieten
    Wo sich der syrische Staat im Laufe des Krieges zurückzog, versuchten zivile AktivistInnen das Vakuum zu füllen und staatliche Dienstleistungen so gut es nur ging zu ersetzen: Die errichteten Schulen, Krankenhäuser, organisierten die Müllentsorgung und stritten weiterhin für Menschenrechte. Allzu oft fanden sie sich dabei im Fadenkreuz sowohl des Regimes als auch der aufständischen Milizen wieder, die die Kontrolle an sich zu reißen versuchten.
  • Die Revolution als solidarische Bewegung und die Rolle von Minderheiten in der Revolution
    Alle Seiten im Syrienkrieg haben ihre ganz eigenen Narrative davon entwickelt, in wessen Namen sie vermeintlich handeln und gegen wen sie zu Felde ziehen – ethnische und konfessionelle Identitäten wurden so instrumentalisiert. Doch die Realität ist oft viel komplizierter als diese Narrative einem weismachen wollen.
  • Der Staat Syrien
    Wie ist die Diktatur aufgebaut? Was bedeutet das Leben in der Diktatur für Andersdenkende? Assads Baath-Partei hat während ihrer nun 55 Jahre währenden Herrschaft (darunter 48 durch die Assads) den gesamten syrischen Staat in ihrem Sinne umgebaut. Für Widerspruch war dabei kein Platz. Was macht das mit einer Gesellschaft?
  • Demokratische Bewegungen zusammen denken
    SyrerInnen sprechen über Fluchtursachen, rechtspopulistische Bewegungen hier und ihre Parallelen mit anti-demokratischem Gedankengut in Syrien