Talking about the Revolution ist ein Weiterbildungs- und Vernetzungsprojekt. Darin arbeiten junge syrische Aktivist*innen ihre persönlichen Erlebnisse über den unbewaffneten Widerstand gegen die Assad-Diktatur und den Terror der Dschihadisten auf, um sich in bundesweiten Veranstaltungen damit Gehör zu verschaffen.

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Seit 2011 verließen fast 5 Millionen Syrerinnen und Syrer ihr Land. Viele davon nicht wie häufig behauptet aufgrund der humanitären Situation, sondern als politisch Verfolgte des diktatorischen Regimes. Es ist die Generation der Revolution. Es sind Aktivistinnen und Aktivisten, die bereit waren, ihre Ausbildungen, ihre Sicherheit, normale Karrierewünsche und private Lebensträume junger Menschen aufzugeben für eine veränderte Gesellschaft. Sie haben Widerstand gegen staatliche Gewalt und Diktatur geleistet. Sie haben die brutale Niederschlagung von demokratischem Protest, Gefängnis bis hin zu Folter und schließlich Flucht erleben müssen. Und nun? Wo ist sie, diese Generation? Viele sind als Diaspora Teil der deutschen Gesellschaft geworden. Und sie sind es leid, einer Debatte zur syrischen Situation zuzuhören, die sich in geopolitischen Analysen verliert. Wo ist das Narrativ dieser Generation?

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In der öffentlichen Debatte kommen kaum Syrerinnen und Syrer zu Wort

Mit dem Projekt „Talking about the Revolution“ wollen Aktivistinnen und Aktivisten des syrischen Frühlings mit ihren eigenen Geschichten die deutsche Debatte aufmischen und ihre Perspektive beisteuern. Gemeinsam mit ihnen schaut Adopt a Revolution zurück und zugleich nach vorn: Was wurde erlebt und wofür wurde gekämpft? Was lernen wir aus den Geschehnissen und welche Ideen überdauern bis heute?

In einem Weiterbildungs- und Multiplikatorenprogramm setzen wir uns gemeinsam mit in Deutschland lebenden Syrerinnen und Syrern zunächst mit der Rolle der Diaspora in der deutschen Debatte auseinander. In Workshops eignen wir uns Storytelling- und Präsentationsmethoden an. Schließlich gehen wir gemeinsam mit den Aktivist*innen auf Tour, um die Debatte mit ihren Einschätzungen und Erzählungen zu bereichern – aus der Perspektive derer, die an die Revolution geglaubt haben und es zum Teil immernoch tun.

Denn dass in der öffentlichen Debatte über Syrien in Deutschland kaum Syrerinnen und Syrer – dafür aber Tag für Tag Vertreter*innen oder Apologet*innen der weltpolitischen Akteure – zu Wort kommen, hat gravierende Folgen dafür, wie der Konflikt hierzulande diskutiert wird. Wird der Krieg in Syrien allein als geostrategischer Kampf der Großmächte verhandelt, tritt an die Stelle von Solidarität mit den Betroffenen kalte Äquidistanz oder gar Zynismus. Ein wirklicher und umfassender Blick ins Land hingegen, bleibt so verschlossen.