Sofortiges Ende der Hungerblockaden gefordert/ Einschätzungen von Partnerorganisationen aus Syrien zu Friedensgesprächen / Blog zur Konferenz mit Stimmen aus der syrischen Zivilgesellschaft

Berlin/Damaskus, Die bevorstehenden Friedensverhandlungen werfen in Syrien ihre Schatten voraus: „Nicht Verhandlungen, sondern die Sorge um das tägliche Überleben prägt die Meinung vieler Menschen in Syrien“, so Elias Perabo, Geschäftsführer von Adopt a Revolution. „Wegen der Blockaden des syrischen Regimes sind viele von Hunger bedroht, der ständigen Gefahr von Luftangriffen des syrischen Militärs ausgesetzt und Dschihadisten zerstören die verbliebene Zivilgesellschaft. Fast drei Jahre lang hat die internationale Gemeinschaft zugeschaut – so alternativlos die Friedensverhandlungen sind, so wenig Hoffnung haben die Menschen nun auf eine Lösung.“
Zu den Zielen der Konferenz äußerte sich Elias Perabo zurückhaltend: „Unabhängig von einer Gesamtlösung für Syrien muss die Konferenz wenigstens dazu führen, die Hungerblockaden des Regimes sofort zu beenden“.

Geneva peace talks

Bis zu diesem Punkt haben Sie gerade die Pressemitteilung vom 20.01.2014 gelesen, die wir zu den Genf II-Verhandlungen verschickten. Gerne würden wir im Jahre 2016 etwas anderes schreiben und von mehr Hoffnung bei unseren Partnern in Syrien berichten. Doch wie dramatisch es um das Land steht, zeigt sich daran, dass noch nicht einmal die damaligen minimalen Forderungen nach einem Stopp der Hungerblockaden umgesetzt wurden. Und dies, obwohl es inzwischen mit der UN-Sicherheitsratsresolution 2254 hierfür eine klare rechtliche Grundlage gibt. 

Natürlich bleiben die Verhandlungen, die voraussichtlich am heutigen Freitag in Genf beginnen sollen, alternativlos. Und dennoch: die Situation der Menschen in Syrien hat sich nach den letzten Verhandlungen um keinen Deut verbessert. Im Gegenteil – viele unserer Projektpartner in Syrien haben inzwischen keinerlei Erwartungen mehr an die nunmehr dritte Verhandlungsrunde.In einem Konferenzblog werden wir in den nächsten Tagen Einschätzungen und Meinungen aus Syrien von Projektpartnern und Menschenrechtsaktivisten zu den Verhandlungen veröffentlichen.
Den Blog mit den Einschätzungen aus Syrien finden sie unter: https://www.adoptrevolution.org/genf-hoffnungen/

Adopt a Revolution arbeitet momentan mit über 15 Partnerorganisationen in Syrien zusammen. Eine Liste der geförderten Projekte finden Sie hier: https://www.adoptrevolution.org/projekte/

Auch wenn die Konferenz höchstwahrscheinlich nicht zu einer Friedenslösung für gesamt Syrien führen wird, ist es wichtiger denn je, doch wenigstens eines der schlimmsten humanitären Verbrechen zu stoppen – Hunger als Waffe zu benutzen. Als 2014 die Kriegstaktik der Hungerblockaden begann, konnten selbst wir uns das Ausmaß der Belagerungen von Assad-Regime und Rebellengruppen nicht vorstellen. Gemeinsam mit der der Syria Campaign haben wir daher in Hinblick auf die Verhandlungen in Genf die Kampagne „Break the silence. Break the sieges“ gestartet. Mit unserer Forderung an die UN-Hilfsorganisationen, endlich die Hungerblockaden mit Hilfsgütern zu durchbrechen, möchten wir erreichen, dass es für die Menschen in Syrien wenigstens an diesem Punkt zu einer Verbesserung ihrer Lebenssituation kommt. Die Kampagnenseite mit dem internationalen Aufruf an den Leiter der UN-Hilfsoperationen, Stephen O‘ Brien, finden Sie hier: https://breakthesieges.org/de

Für Rückfragen und O-Töne zur politischen Einschätzung der Verhandlungen stehen wir Ihnen auch in den kommenden Tagen gerne jederzeit zur Verfügung. Je nach Kapazität versuchen wir bei Interesse auch gerne Kontakt zu unseren syrischen Partnern in verschiedenen Regionen in Syrien herzustellen.

Adopt a Revolution unterstützt seit Anfang 2012 die Arbeit der jungen syrischen Zivilgesellschaft und vermittelt hierzulande Informationen aus der syrischen Demokratiebewegung. Unter www.syrienunterstuetzen.de stellt die Initiative aktuelle Entwicklungen aus der jungen syrischen Zivilgesellschaft dar. Zivile Initiativen in Syrien hat Adopt a Revolution bisher mit fast 900.000 Euro finanziell unterstützt.

Können Sie mit einer Spende die Kampagne gegen die Hungerblockaden untestützen?

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