Der Muttertag fällt in der arabischen Welt auf den Tag des Frühlingsanfangs, ebenfalls das Neujahr der koptischen Christen und das kurdische Newruz.

Es heißt, der Muttertag wurde schon im antiken Griechenland begangen. Die Göttin Rhea (griech.: Fluss des Lebens) wurde als Urmutter aller Göttinnen und Gottheiten verehrt. Zu ihren Ehren feierten die Griechen ein prächtiges Frühlingsfest, die Geburtsstunde des Mutterkults.

Die Initialzündung für einen Muttertag im arabischen Raum kam angeblich aus Ägypten. Dort, so heißt es, schrieben zwei Brüder in einer Zeitungskolumne eine Ode an die Mütter und unterbreiteten ihren Landsleuten die Idee, einen Muttertag zu installieren. Der 21. März des Jahres 1956 war der Tag, an dem in Ägypten zum ersten Mal der Muttertag gefeiert wurde. Seither breitete sich das Fest auch in den anderen arabischen Ländern aus.

Und pünktlich zum Muttertag wartet Anisa Makhlouf, Mutter von Nochpräsident Bashar al-Assad mit der Nachricht auf, dass eventuell schon bald die gesamte Familie das Land verlassen würde. Der Spiegel bezeichnete die Witwe von Hafis al-Assad kürzlich als die eigentliche Strippenzieherin im Hintergrund, die den Clan zusammenhalten würde. Kommt nun doch Bewegung in die schon so oft verworfene Exil-Idee oder hat Anisa Makhlouf nur über die Maßen mit ihrer Schweigertochter Asma angestoßen? Oder spielt Madame Makhlouf die Beleidigte, weil sich die verbündeten Staaten Russland und China einer gemeinsamen Erklärung des UN-Sicherheitsrates angeschlossen haben? Der Friedensplan des Sondergesandten Kofi Annan sieht einen Waffenstillstand und die Aufnahme eines politischen Dialogs zwischen Regierung und Opposition vor. Außerdem sollen Hilfsorganisationen uneingeschränkten Zugang zu Verletzten und Bedürftigen erhalten.

Ungeachtet der Vorgänge in New York, griffen die Armee nach Oppositionsangaben mit Panzern und Artillerie zwei Vororte von Damaskus an.

Trotz der anhaltenden Militäroperation im Norden des Landes, strömten seit den frühen Morgenstunden des 21. März die Menschen massenhaft ins Freie, um Newruz zu feiern. Das kurdische Neujahrsfest geht auf eine Legende zurück. Am 21. März 612 v.Chr. griffen die Bergbewohner den Palast des persischen Herrschers Zuhak an und töteten den Tyrannen. Die Kurden sehen sich als Nachfahren eben dieser Bergbevölkerung und das Newruzfest, welches als das älteste kurdische Fest gilt, symbolisiert seit jeher den Aufstand schlechthin.

Syriens Kurden leben hauptsächlich entlang der Grenze zur Türkei in Nordostsyrien und stellen die größte ethnische Minorität des Landes. Der Anteil der Kurden und Kurdinnen an der syrischen Bevölkerung wird auf bis zu 10 %  geschätzt aber nur etwa ein Drittel von ihnen besitzt die syrische Staatsbürgerschaft. Mit Beginn des Aufstandes im letzten Jahr versprach Assad die Staatenlosen endlich einzubürgern, um sich im Gegenzug die Loyalität der kurdischen Communities zu sichern. Die Kurden lehnten diese Offerte ab.

Als sich Syrien 1961 zur „Arabischen Republik Syrien“ erklärte, wurden zahllosen Kurden die syrische Staatsbürgerschaft aberkannte, mit der fadenscheinigen Begründung, sie seien illegal aus der Türkei eingewandert. Laut Amnesty International wurden und werden kurdische Menschenrechtsaktivisten systematisch misshandelt und verurteilt. Es ist Kurden in Syrien nicht erlaubt die kurdische Sprache zu benutzen. Sie dürfen ihren Kindern keine kurdischen Namen geben oder Geschäfte unter nichtarabischen Namen eröffnen. Ebenso ist es unmöglich private kurdische Schulen zu gründen oder Bücher in kurdischer Sprache zu veröffentlichen.