"Kein Platz für al-Qaida in Syrien"

Die jüngsten Freitagsdemonstrationen standen unter der Parole „Kein Platz für al-Qaida in Syrien“.

Die dschihadistischen Terrororganisation Jabhat al-Nusra (aka Jabhat Fatah al-Sham, seit 2016 formal von al-Qaida getrennt) führte in den vergangenen Wochen eine Offensive in Aleppo und Idlib, um ihre Position gegen dortige Rebellen zu festigen. Al-Nusra ist wie ISIS von allen Verhandlungen und Waffenstillstandsabkommen ausgenommen.

Protest in Douma: „Kein Platz für Daesh (ISIS), die Söldner Assads, die importierten Milizen. Der Freitag des ‚Kein Platz für al-Qaida'“

Die Grabenkämpfe führten zu einer verstärkten Polarisierung zwischen den verschiedenen militanten Einheiten im Norden des Landes und kulminierten in die Gründung des neuen Bündnisses „Hai’at Tahrir al-Sham“, unter dessen Banner sich fortan die Nusra-Front, Harakat Nur al-Din al-Zenki, Jaysh al-Sunna, Ansar al-Din sowie weitere kleinere Gruppen wiederfinden. Die zivile Oppositionsbewegung steht dieser Aggression der Nusra-Front und dem Versuch ihre Position in den von der Opposition gehaltenen Provinzen weiter zu stärken mit Ablehnung gegenüber, entsprechend protestierte sie am Freitag unter der Parole „Kein Platz für al-Qaida in Syrien“. Die Proteste fanden in Douma, Atareb, Maarat al-Numan sowie mehreren kleineren Ortschaften statt.

Proteste in Atareb

Protest gegen Fatah al-Sham Ende Januar

Atareb protestiert bereits seit Ende Januar gegen die Offensive al-Nusras vor den Toren der Stadt, die jüngst dazu führte, dass die Radikalen den Versuch unternahmen, die örtliche Bäckerei unter ihre Kontrolle zu bringen. Der Widerstand der Bevölkerung von Atareb hatte die Dschihadisten schon einmal dazu gezwungen, sich in ein Quartier vor der Stadt zurückzuziehen. Auf den Spruchbannern in Atareb war etwa zu lesen: „Wir wiederholen es immer wieder: Atareb ist eine befreite Stadt unter ziviler Verwaltung die vom Lokalen Rat repräsentiert wird, der vom Volk gewählt wurde.“

Protest in Maarat al-Numan

Nichts Neues für die zivile Bewegung in Maarat al-Numan: Protest gegen al-Nusra. Foto vom Juni 2016

Maarat al-Numan in der Provinz Idlib hat eine lange Tradition des Widerstandes gegen die Dschihadisten und gilt als Dorn im Auge der Nusra-Front. Hier demonstrierten die Menschen 2016 monatelang gegen die Willkürherrschaft der Fundamentalisten.

„Die Menschen fordern Freiheit und Würde, dafür sind sie auf die Straße gegangen. Da kann nicht einfach nach Jahren irgendeine Gruppe antanzen, die Freiheiten massiv einschränken und versuchen, dir die Würde zu nehmen“, sagte uns einmal einer unserer Partner in Atareb. Unterstützen Sie den zivilen Widerstand in Syrien mit ihrer Spende!

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