Das Verhältnis vieler westlicher Linker zum syrischen Aufstand ist – gelinde gesagt – kompliziert. Im Zusammenhang mit dem Widerstand gegen Assad sprechen sie viel von „Geostrategie“, „Regime Change“, „Propaganda“ oder der Rolle der Vereinigten Staaten. Nur von und mit SyrerInnen selbst spricht man eher weniger.

Den syrischen Intellektuellen Yassin al-Haj Saleh veranlasste dies einst zu folgendem Urteil:

Was ich immer bemerkenswert fand, ist, dass die westliche Mainstream-Linke fast nichts über Syrien weiß. Nicht über die Gesellschaft des Landes, nicht über das Regime, die Menschen, die politische Ökonomie oder die neuere Geschichte. Ich habe kaum einen nützlichen Brocken Information oder eine aufrichtige kreative Idee in ihren Analysen gefunden. Mein Eindruck von dieser merkwürdigen Situation ist, dass sie uns einfach nicht sehen. Es geht ihnen gar nicht um uns.

Deshalb haben wir eine Gesprächsreihe mit syrischen Linken gestartet. Mit ihnen wollen wir über ihr Land, die Revolution und den Krieg sprechen.

 


 

I. Die Syrische Revolutionäre Jugend

Als die Revolution beginnt, sind sie gerade einmal um die 19 Jahre alt. Sie organisieren sich, streiten für ihre universellen Rechte – und müssen deshalb sterben oder fliehen. Die Geschichte der al-Shabab al-Suri al-Thair (dt. „Syrische Revolutionäre Jugend“), einer Gruppe von jungen Damaszener Dissidenten.

1. Teil: »Viele Linke sehen nur die Großmächte, nicht die Menschen«

2. Teil: »Überlebt zu haben war reines Glück«

Putin bekämpft die Linken in Russland und in Syrien. Und das muss die Linke hier in Deutschland doch sehen. Aber viele stecken in diesen alten Denkmustern fest: Es gibt die, die gegen die USA sind, und jene, die für sie sind. Nein! Du kannst gegen Washingtons und Russlands Politik sei. So viele Linke sehen in Syrien nur die zwei Großmächte, aber sie sehen nicht ins Land, nicht die Menschen.


 

II. Khalil, Mitbegründer der „Linken Koalition“

Khalil war Publizist bevor die Revolution begann. Mit dem Aufstand gegen das Assad-Regime schloss er sich mit anderen syrischen Linken zur „Linken Koalition“ zusammen. Ein Gespräch über Syriens Linke und das System Assad.

»Die Diktatur verstärkt rückschrittliches Denken«

Wenn du eine diktatorische Regierung hast, so zerstört diese die Fundamente der Gesellschaft. Diktatur bedeutet zum einen Korruption und zum anderen verstärkt sie rückschrittliches Denken in der Bevölkerung durch die Repression, die sie ihr auferlegt.


 

III. Joseph Daher, Autor und Aktivist

Daher ist ein syrisch-schweizerischer Aktivist, Autor und Blogger. Sein jüngstes Buch heißt „Hizbollah: The Political Economy of Lebanon’s Party of God“ (Pluto Press, 2016). Er gehört der syrischen „Strömung der Revolutionären Linken“ an. Ein Gespräch über das stalinistische Erbe der Linken, die Hizbollah, Internationalismus und das, was von der syrischen Revolte bleibt.

»Die Ursachen der Aufstände von 2011 bestehen fort«

Die Politik muss verstehen, dass die Bedingungen, die die Aufstände von 2011 ermöglichten, fortbestehen: Keine Demokratie, keine soziale Gerechtigkeit, keine Selbstbestimmung der Bevölkerung.