Seit Freitag steht die Protesthochburg Homs unter schwerem Beschuss durch die Regierungstruppen. Seitdem wurden nach Angaben der LCC circa 500 Menschen durch Bombardierungen und Überfälle der Shabiha-Milizen getötet, sowie mehr als 30 Häuser vollständig zerstört.
Die Beobachtermission der Arabischen Liga scheiterte mit dem Abzug der letzten Entsandten nun auch offiziell, ebenso wie eine UN-Resolution erneut durch das Veto Russlands und Chinas verhindert wurde. Und während der russische Außenminister Lawrow dem syrischen Präsidenten am Dienstag einen wohlwollenden Besuch abstattete, wurden in Homs weiterhin schwere Geschosse in Wohnviertel gefeuert.
Das internationale Szenario, vor dem sich der bisher heftigste bewaffnete Angriff auf die syrische Zivilbevölkerung abspielt, trägt dazu bei, dass sich die Protestbewegung in Homs auf die Möglichkeiten besinnt, die ihr auf nationaler Ebene zur Verfügung stehen. Neben der Forderung nach einer Stärkung der Freien Syrischen Armee in Homs, die versucht, sich bei der Verteidigung der Altstadt gegen das übermächtige Waffenkontingent der Regierungstruppen zu behaupten, steht nach wie vor auch der Aufruf zu landesweiten friedlichen Solidaritätsdemonstrationen im Vordergrund.
Ein Aktivist aus dem Viertel Baba Amr appellierte über die Facebook-Seite des Koordinationskomitees Homs an Syrien:

„Meine syrischen Brüder, ich schreibe euch, während wir bombardiert werden. Der Lärm der Explosionen vermischt sich mit dem Geschrei der Kinder, den Schmerzenslauten der Verwundeten und dem Weinen der Mütter. Ich richte mich nicht an die Araber im Allgemeinen und nicht an den Westen. An euch in Damaskus, in Aleppo und in den anderen Städten jedoch appelliere ich: Warum sitzt ihr jetzt in euren Häusern und schaut  im Fernsehen dabei zu, wie wir bombardiert und getötet werden. Kommt aus euren Häusern heraus auf die Plätze! Jetzt sofort! Eine Millionen-Demonstration wird alles ändern!

Trotz der immensen militärischen Gewalt, der sich die Bewohner der Viertel wie Baba Amr ausgeliefert sehen, beharrt ein Großteil der syrischen AktivistInnen auf einer Lösung durch einen geeinten nationalen und gewaltfreien Protest. So forderten auch die LCC angesichts der Gewalt in Homs zu landesweiten Demonstrationen und zu internationalen Sit-Ins vor den syrischen Botschaften auf.