soli_vaVor vier Jahren begann der Aufstand in Syrien – aber er begann nicht mit Gewehren und Granaten. Vor vier Jahren fand der Aufstand friedlich statt mit dem tausendfachen Ruf nach Freiheit, Demokratie und Menschenrechten.

AktivistInnen und BürgerjournalistInnen dokumentierten mit Videos, wie die Menschen auf die Straße gingen. Etwa in Hama, wo sie mit einer riesigen syrischen Fahne das Ende der Assad-Diktatur forderten. Das Regime schickte Scharfschützen und Panzer, um den Protest niederzuschlagen – und die Menschen dokumentierten auch, wie DemonstrantInnen erschossen und Häuser zerstört wurden.


Demonstration am 1. Juli 2011 in Hama.

Damals gründeten AktivistInnen im Untergrund Koordinierungskomitees, die jeden Freitag Demonstrationen organisierten und nur Pseudonyme verwendeten, um nicht vom Regime verhaftet zu werden. Trotzdem wurden viele junge Männer und Frauen aufgespürt, festgenommen, gefoltert oder getötet. Zum Beispiel der 24-jährige Ghiath Matar. In seiner Heimatstadt Daraya, westlich von Damaskus, verteilte er Rosen und Wasserflaschen an Soldaten, die den Aufstand niederschlagen sollten, um ihnen zu zeigen, dass es sich um friedliche Proteste handelte. Dennoch wurde er festgenommen – und nach ein paar Tagen sein lebloser Körper mit Folterspuren an seine Eltern übergeben.

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DemonstrantInnen am 6. Mai 2011 tragen Blumen, um ihre Friedfertigkeit zu unterstreichen.

Doch heute wird nur noch der Bürgerkrieg gesehen. Was bedeutet das für die AktivistInnen der ersten Stunde, die für Freiheit und Menschenrechte auf die Straße gegangen waren? – Viele sind schwer enttäuscht. Nicht nur von der Entwicklung der Revolution in Syrien, sondern auch davon, dass die Welt so wenig tut, um die Leiden in Syrien zu lindern und zu einer Lösung des Konflikts beizutragen.

Deshalb demonstrieren an diesem Wochenende auch in Deutschland Menschen. Sie wollen darauf aufmerksam machen, dass Syrien unsere Solidarität verdient hat. Und sie wollen darauf aufmerksam machen, dass dort nicht seit vier Jahren Bürgerkrieg ist, sondern alles seinen Anfang nahm, weil Menschen die Diktatur in Syrien abschütteln wollten.

Kommen Sie am Wochenende zu den Demonstrationen und Aktionen in Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt oder Stuttgart!

Helfen Sie mit, dass der Aufstand in Syrien nicht vergessen wird – und unterstützen Sie die Arbeit der jungen syrischen Zivilgesellschaft mit Ihrer Spende!

Syrische Zivilgesellschaft stärken!

Herzlichen Dank für Ihren Beitrag!

Dieser Text basiert teilweise auf einer Email von Bissan Fakih von „The Syria Campaign„.