Demonstration zum 8. Jahrestag der Revolution

Kälte und Dauerregen? Egal! Rund 500 TeilnehmerInnen machten die Demonstration zum 8. Jahrestag des Aufstands in Syrien zum stimmungsvollen Fest mit der Forderung nach Gerechtigkeit und dem Ende der Diktatur.

Häufiger treffen Berlin-TouristInnen auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor auf politische Proteste – zwischen US-amerikanischer und französischer Botschaft, in Blickweite des Bundestags ist hier der richtige Ort dafür. Aber selten dürften BesucherInnen so sehr das Gefühl haben, sie seien in ein großes Fest geraten, wie am vergangenen Samstag – und das trotz Dauerregens. Wer die Entwicklungen in den Syrien in den letzten acht Jahren verfolgt hat – weite Landesteile sind zerstört, die Hälfte der Bevölkerung ist auf der Flucht, die Diktatur auf dem Vormarsch – , dürfte sich noch mehr wundern, warum 500 SyrerInnen mit so viel Energie, Verve und Lebensfreude an den Beginn des Aufstands von 2011 erinnerten.

Rede des Menschenrechtsanwalts Anwar al-Bounni vom Lautsprecherwagen.
Freiheit für die Gefangenen in syrischen Folterknästen: Rund 100.000 Menschen gelten in Syrien weiterhin als "Verschwunden"
Solidarität von Syrien bis Neuseeland
Gefangene in den Gefängnissen des Assad-Regimes dargestellt in einer Installation am Brandenburger Tor

Doch für SyrerInnen ist Demonstrieren an sich bereits eine Form des Widerstands gegen Unterdrückung und Verfolgung. Jede Demonstration fordert die Assad-Diktatur heraus, die versucht, in Syrien mit all ihrer Macht eine politische Grabesruhe zu verbreiten. Entsprechend sangen, tanzten, jubelten die Demonstrierenden mehr als dass sie marschierten, vom Neptunbrunnen zum Brandenburger Tor, vorbei unter anderem an der russischen Botschaft.

Selbst wenn die Demonstrationen zum Jahrestag des Aufstands in Syrien nicht den Aufbruch von 2011 mit seinen friedlichen syrienweiten Demonstrationen für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte zurückbringen werden: Die Energie dieser Demonstration hat gezeigt, dass sich die syrische Gesellschaft im März 2011 auf eine Reise begeben hat, die nicht mit der stillschweigenden Akzeptanz der Assad-Diktatur enden wird.

Im Zuge des Aufstands sind in Syrien zahlreiche zivile Initiativen entstanden, die vor Ort weiter für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte streiten. Selbst wenn sie damit die Diktatur nicht stürzen werden, tragen sie auf lokaler Ebene dazu bei, eine gerechtere Gesellschaft zu formen. Vom Frauenprojekt über das zivile Zentrum bis zum Theaterworkshop: Adopt a Revolution unterstützt 20 solcher Projekte. Tragen Sie jetzt mit Ihrer Spende dazu bei!

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Weitere Bilder im Fotostream von Oliver Feldhaus:

Und welche im Fotostream von Thorsten Strasas:

Protest in Berlin zum achten Jahrestages des Aufstandes in Syrien