Lokale Komitees, eine alternative Stadtverwaltung, eine unabhängige, landesweite Zeitung – diese und weitere Projekte in Syrien konnten wir Dank Ihrer Beiträge 2013 unterstützen. Lesen Sie unseren Jahresbericht!

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Inhalt:
Editorial: Solidarität im alltäglichen Grauen
Syrien: Militarisierung, Chemiewaffen, Hunger und Dschihad
Adopt a Revolution: Solidarität mit dem zivilen Aufstand
Unterstützung: Gutes bewegen an der Basis der Gesellschaft
Projekte: Überblick der unterstützen Projekte
Zahlen: Einnahme-Ausgaben-Rechnung 2013

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EDITORIAL

Solidarität im alltäglichen Grauen

Drei Jahre nach dem Beginn der Demonstrationen gegen das syrische Regime sind weite Teile Syriens zerstört. Durch einen rücksichtslosen Krieg gegen die Bevölkerung hat es die Diktatur geschafft, einen Bürgerkrieg zu entfachen und damit ihr eigenes Überleben – zumindest bis auf weiteres – gesichert. Eine Re­gierung ist dieses Regime allerdings nicht mehr.

Denn sie hat das Land unregierbar gemacht. Ein Drittel der Menschen ist auf der Flucht, ganze Landstriche sind entvölkert, Dschihadisten üben mit ihrer menschenverachtenden Ideologie die Herrschaft über Teile des Nordens aus. Das Ziel des zivilen Widerstands, die Diktatur wie in anderen arabischen Län­dern zu stürzen und einen friedlichen Übergang zur Demokratie einzuleiten, scheint in weite Ferne gerückt. In Syrien regiert die bewaffnete Gewalt.

Welchen Sinn hat es da weiterhin die zivile Bewegung zu unterstützen?

Trotz aller Übermacht der Bewaffneten und trotz der allgegenwärtigen Tragödie, sind den Menschen ihre Erfahrungen der Selbstermächtigung nicht mehr zu nehmen. Sie haben die Angst überwunden, auf der die Diktatur gegründet war, und immer wieder laut ihre Meinung gesagt. Auch der tägliche Bombenterror hat es nicht geschafft, ihnen den Mut zu nehmen, weiterhin Freiheit, Würde und Demokratie einzufordern.

Wie stark der Aufstand das Bewusstsein der Menschen geprägt hat, zeigt sich dort, wo Dschihadisten ihre grausame Herrschaft ausüben. Anstatt zu schweigen, riskieren Akti­vistInnen erneut ihr Leben, um den neuen Terror zu dokumentieren und anzu­prangern. Die Unterstützung der AktivistInnen in diesen Gebieten ist entschei­dend im Widerstand gegen den Dschihadismus, der nicht nur Andersdenkende mordet, sondern auch mit systematischer Grausamkeit das Leben der Men­schen bis in die kleinsten alltäglichen Verrichtungen versucht zu kontrollieren.

In vielen befreiten, umkämpften oder vom Regime verlassenen Gebieten haben die Menschen angefangen, sich selbst zu organisieren und ihr Gemeinwesen zu gestalten. Aus Untertanen in einem der repressivsten Staaten der Welt, sind handelnde politische Subjek­te geworden.

Inmitten des Chaos, selbst dort, wo täglich Bomben fallen, schaffen die zivilen AktivistInnen neue gesellschaftliche Strukturen: Sei es die Schule in Erbin, die ohne Lehrbücher aus der Assad-Ära und ohne Religionsunterricht auskommt. Oder die Bibliothek in den seit über einem Jahr umkämpften Vororten von Da­maskus, wo sich die Menschen mit etwas anderem als der alltäglichen Gewalt beschäftigen können.

Im Lokalen entsteht in Syrien eine demokratische Struktur. Sie wird Grundlage der Zukunft der syrischen Gesellschaft sein. Genau dort müssen wir die AktivistInnen weiter solidarisch unterstützen.

Die AktivistInnen wirken auch der humanitären Krise entgegen. Lange genug haben Menschen in den abgeriegelten Vororten von Damaskus auf die humani­tären Güter der großen Hilfsorganisationen gewartet. Doch nun sind es ihre ei­genen Suppenküchen, die in solidarischem Austausch die Bedürftigen mit dem versorgen, was sie noch durch die Linien des Regimes geschmuggelt bekom­men.

In den Grenzregionen, wo internationale Hilfsorganisationen nicht vor Ort sind, organisieren AktivistInnen die Versorgung tausender Flüchtlinge. In den befrei­ten Gebieten sorgen unabhängige Stadtverwaltungen trotz Beschusses für Wasser, Strom und Müllabfuhr. Die Unterstützung der AktivistInnen lin­dert die Not der syrischen Bevölkerung und schafft effektive Formen der Selbsthilfe.

Es wäre fatal, würden wir die Zukunft Syriens aufgeben und mit der Analyse des verloren Aufstands enden. Als Adopt a Revolution haben wir seit Ende 2011 AktivistInnen darin unterstützt, Verfolgte zu verstecken und die Ver­brechen zu dokumentieren. Als um sie herum alle zu den Waffen griffen, haben wir sie in ihren Projekten gegen eine Eskalation bestärkt. Und auch wenn die schwierige und widersprüchliche Lage die Zusammenarbeit grundlegend verändert hat, wollen wir weiter ihre Prozesse der Selbstorganisa­tion stärken.

Inmitten des alltäglichen Grauens streiten die AktivistInnen weiter für ihre Zu­kunft. Selbst wenn es nicht die Zukunft ist, die sie sich erträumt haben: Es ist die beste Zukunft, die sie erreichen können. Dabei dürfen wir sie nicht allei­ne lassen.

SYRIEN

Militarisierung, Chemiewaffen, Hunger und Dschihad

Im Laufe des Jahres 2013 hat sich der militärische Konflikt weiter brutalisiert. Anfang des Jahres setzte das Assad-Regime vermehrt auf ballistische Raketen in der Kriegsführung. Orte, kilometerweit entfernt von der Front, können damit ohne Vorwarnung getroffen und zerstört werden, was Opferzahlen unter Unbe­teiligten in die Höhe schnellen ließ. Bereits seit Ende 2012 gab es Berichte über kleinere Einsätze von Chemiewaffen. Als Chemiewaffen-Inspektoren der Vereinten Nationen deswe­gen nach Damaskus reisten, setzte die syrische Armee bei einem Angriff am 21. August auf Vororte von Damaskus große Mengen des Nervengases Sarin ein. Über 1.300 Menschen starben einen grausamen Tod. AktivistInnen des von Adopt a Re­volution unter­stützten Komitees in der östlichen Ghouta, den östlichen Vorstädten von Damaskus, wa­ren mit die ersten vor Ort, um Überle­bende zu bergen und das Verbrechen in Fotos und Filmen zu do­kumentieren.

Opfer Angriffe Damaskus 21.7.

Opfer des Angriffs in einem Untergrundkrankenhaus in der Umgebung von Zamalka.

Die grausamen Bilder der erstickten Leichen mit Schaum vor dem Mund, erschütterten die Welt. Für kurze Zeit sah es so aus, als würden die USA und ihre Verbündeten auf diesen Bruch des Völkerrechts mit einem militärischen Vergeltungsschlag reagieren. Doch der syrische Diktator Baschar al-Assad schaffte es mit russischer Hilfe geschickt, aus dem Verbrechen sogar Nutzen zu ziehen. Mit seinem Angebot, die syrischen Chemiewaffenarsenale kontrollieren und entsorgen zu lassen, wurde er auf internationaler Ebene wie­der zum Verhandlungspartner. Als das Nobelpreiskomitee der UN-Chemiewaf­fen-Organisation im Oktober den Friedensnobelpreis zuspricht, erscheint Assad fast als Held, der zum Weltfrieden beigetragen hätte. Adopt a Revolution und die von uns unterstützten AktivistInnen haben in mehren Beiträgen diesen Zynismus der Weltpolitik an­geprangert.

Schon Monate vor dem Chemiewaffen-Angriff, begann das Assad-Regime da­mit, oppositionelle Gebiete wie die Altstadt von Homs und ganze Stadtteile von Damaskus, abzuriegeln. Lange ignorierte die Welt diese Hungerblockaden, bis sich die humanitäre Lage der BewohnerInnen gegen Ende des Jah­res so stark zuspitzt, dass die ersten an Unterernährung sterben. Fünf der von Adopt a Revolution unterstützten Komitees befinden sich in Orten, die unter die Blockaden fallen. Mit mehreren Berichten etwa aus Moadamyeh, Camp Yarmouk und Zabadani versuchen wir, Öffentlichkeit gegen das Aushungern als Waffe herzustellen.

Ungeachtet dieses eklatanten Kriegsverbrechens, die Zivilbevölkerung hungern zu lassen, liefen die Vorbereitungen für die „Genf II“ genannten Verhandlungen zwischen Regime und Exilopposition im Januar 2014. Spott und Erwartungen der syrischen AktivistInnen zu „Genf II“ hat Adopt a Revolution dokumentiert.

Friedliche Proteste gegen die Unterdrückung durch Dschihadisten

Friedliche Proteste gegen die Unterdrückung durch Dschihadisten

Im Laufe des Jahres 2013 sa­hen sich die AktivistInnen neben dem Regime zuneh­mend einem weiteren Feind gegenüber: Dschihadisti­sche Gruppen be­gannen im Norden des Landes, kleine Kalifate zu errich­ten, in denen sie jegli­ches von ihrer Auslegung der Scharia abweichende Verhalten brutal unter­drücken und jeden, der auf­begehrt sofort hinrichten. Dem zum Trotz leisten viele AktivistIn­nen friedlich Widerstand ge­gen die Dschihadisten.

Ein besonders drastisches Beispiel für die Unter­drückung der zivilen Kräfte durch Dschihadisten, sind die Mitglieder der Ju­gend-Zukunftsbewegung in Men­bej. Nach ihrem Ein­marsch in die Stadt verur­teilten Kämpfer von Islami­scher Staat in Irak und Syri­en (ISIS) AktivistInnen der Gruppe in Abwesenheit zum Tod durch Köpfen und fahnden nach ihnen nun unter anderem via Facebook. Nur durch die eilige Flucht in die Türkei konnten sich die Betroffe­nen in Sicherheit bringen.

Militarisierung, Chemiewaffen, Hunger und zunehmender Dschihadismus haben auch zu einer Veränderung der Arbeit der zivilen Gruppen in Syrien geführt. Während noch 2011 und 2012 die lokalen Komitees und ihre Netzwerke das zi­vile Rückgrat in Syrien gebildet haben, ist inzwi­schen eine Vielzahl von lokalen Gruppen mit eigenen Projekten entstanden. Die katastrophalen Lebensumstände führen inzwischen dazu, dass viele Gruppen und Projekte sich in erster Linie auf die lokalen Herausforde­rungen und Probleme konzentrieren. Landesweite Strukturen, wie die Akti­visten-Netzwerke sie lange gebildet haben, sind deutlich schwächer geworden, schon weil es kaum noch möglich ist, sich zwischen den Regionen zu bewegen.

In dieser Situation ist es für Adopt a Revolution wichtiger geworden, die Projekt­partner in Syrien genau einzuschätzen und bei ihrer Arbeit zu begleiten. Neben der Unterstützung zur Umsetzung von lokalen Vorhaben sehen wir einen wichti­gen Beitrag darin, Vernetzung und Austausch von AktivistInnen auf überregio­naler Ebene aufrecht zu erhalten, damit die Menschen im kurdischen Nordosten etwa weiterhin verstehen, wie ihre Landsleute im Süden oder Osten des Landes den­ken und anders herum.

ADOPT A REVOLUTION

Solidarität mit dem zivilen Aufstand

Organisatorisch hat sich Adopt a Revolution deutlich weiterentwickelt und im Team klarere Strukturen und Zuständigkeitsbereiche aufgebaut. Wegen der in­tensiveren Zusammenarbeit mit den unterstützten Projekten in Syrien, haben wir unser Projekt-Team vergrößert und unter anderem einen aus Syrien geflohe­nen Aktivisten eingearbeitet. Es ist uns wichtig, trotz der komplizierten Lage, weiterhin genau mitzubekommen, was vor Ort bei unseren PartnerInnen pas­siert. Derzeit arbeiten vier Menschen daran, die AktivistInnen in ihrer täglichen Arbeit zu begleiten, Informationen einzuholen und neue Projektvorschläge zu bewerten. Dazu gehört auch, die komplizierten Wege aufzutun, wie die finanzi­elle Unterstützung ohne zu großen Aufwand nach Syrien fließen kann und die Abrechnung der Projekte vorzubereiten.

Neben der Begleitung der unterstützten Projekte arbeiten wir intensiv daran, hierzulande mit Informations- und Pressearbeit über die junge syrische Zivilgesellschaft zu berichten. Hierzu bereiten wir die Nachrichten auf, die wir von den AktivistInnen bekommen, schreiben Berichte und veröf­fentlichen diese auf unserer Website und geben sie an Medien weiter. Das gewonnene Wissen geben wir zudem in eigenen Beiträgen für Zeitungen und bei Vortrags- und Informationsveranstaltungen weiter. Zudem ist für die Abrechnung der Projekte und bei der Buchhaltung ein gewisser Verwaltungsauf­wand nötig, um sicherstellen zu können, dass die Gelder nach Syrien fließen und wofür die Mittel eingesetzt werden.

Das Team von Adopt a Revolution besteht aus extrem engagierten haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen. Insgesamt ist das Team auf inzwi­schen sieben Hauptamtliche (davon drei syrischstämmig) angewachsen, was 4,1 Vollzeitstellen-Äquivalenten entspricht, die wir nach unserem Haustarif be­zahlen, angelehnt an TVöD Entgeltgruppe 8. Zusammengenommen wird Adopt a Revolution von 15 Menschen getragen und von unserem ehren­amtlichen Blog-Team mit zehn Mitgliedern und von einem Kreis von FreundIn­nen unterstützt. Ein beson­derer Dank gebührt den Bildargumenten und sichtagitation für die Grafik sowie about:source für die Programmierung.

Zu Beginn des vergangenen Jahres beschäftigte uns die Diskussion um den Aufruf „Freiheit braucht Beistand“, den wir gemeinsam mit medico international initiiert hatten und der von PolitikerInnen fast aller, im Bundestag vertretenen Parteien unterzeichnet wurde. Im April reisten wir mit drei syrischen AktivistInnen durch die Bundesrepublik, um in ins­gesamt zehn Städten über die zivile Basisbewegung in Syrien zu be­richten. Zusätzlich waren wir im Lauf des Jahres zu 15 weiteren Diskussions­runden zu Syrien eingeladen. Insgesamt informierten wir so über 1.200 Men­schen im ganzen Land über die Hintergründe des Aufstands und die aktuellen Entwicklungen in Syrien.

Nach unserer Recherchereise im Mai in den Nordosten Syriens und an die tür­kisch-syrische Grenze veröffentlichten wir unsere direkten Erfahrungen in Re­portagen und Kommentare in der Tageszeitung taz und den Wochenzeitungen Jungle World und Der Freitag. Insgesamt erschienen 28 Beiträge über die Arbeit von Adopt a Revolution in verschiedenen Medien im Laufe des Jahres 2013, nachzulesen in unserem Pressespiegel.

Im Sommer beschäftigten wir uns intensiv inhaltlich mit der Lage in Syrien und den Chancen der zivilen Bewegung, noch zu einem friedlichen Wandel hin zu Freiheit, Demokratie und Menschen­rechten beizutragen. Auf einer Team-Klausur beratschlagten wir, welche Konsequenzen wir daraus für die Struktur von Adopt a Revolution ziehen sollten und haben uns gleichsam festgelegt, die Solidaritätsinitiative auf stabilere Beine zu stellen.

Das Team von Adopt a Revolution Ende 2013

Das Team von Adopt a Revolution Ende 2013

Am Morgen des 21. August erreichte uns der Anruf eines Aktivisten des Komi­tees in Erbin. Sie waren in den frühen Morgenstunden gerufen worden, um mit ihrem Medienteam die Folgen eines Angriffs zu dokumentieren – und alle An­zeichen deuteten auf einen massiven Einsatz von Giftgas hin. Während der folgenden Tage und Wochen sammelten wir in einem Liveblog alle Informationen, die wir aus Syrien bekommen konnten. Dazu veröffentlichten wir Stimmen aus Syri­en zu dem nur wenige Tage später drohenden US-Militärschlag, brachten hiesi­ge Medien mit AktivistInnen vor Ort in Verbindung und standen zahlreichen JournalistInnen als Ansprechpartner zur Verfügung. Höhepunkt dieser Medienar­beit war ein Beitrag in den Tagesthemen, mit dem wir unsere Arbeit einem Mil­lionenpublikum vorstellen konnten.

Die Menschenrechtsanwältin Razan Zaitouneh wurde am 10. Dezember entführt

Die Menschenrechtsanwältin Razan Zaitouneh wurde am 10. Dezember entführt

Neben den furchtbaren Ereignissen rund um die Giftgas-Angriffe in Damaskus wirkte sich die Verschleppung der Sprecherin des Ak­tivisten-Netzwerks LCC, Razan Zaitouneh, auf unsere Arbeit aus. Gerade am Tag, als Ra­zan ent­führt wurde, erschien in der Tageszei­tung taz die Adopt a Revolution-Zeitung – mit ihrem Auf­macher, in dem sie den westlichen Staaten Untätigkeit in Syri­en vorwirft. Die Entführung in den von der Op­position gehaltenen Gebieten – mutmaßlich durch radikalislamistische Kämpfer – unter­strich noch einmal die Gefahr, die von Dschi­hadisten in Syrien für den demo­kratischen Aufbruch ausgeht. Unsere Pressemitteilung zur Verschleppung die­ser „Ikone des friedlichen Widerstands“ wurde von zahl­reichen Medien aufgegriffen.

Unsere Hauptarbeit im Dezember war die Adopt a Revolution-Zeitung, mit der wir nun bereits zum dritten Mal Hintergrundin­formationen zu den Entwicklungen in Syrien und der mutigen Arbeit der junge syri­schen Zivilgesellschaft aufbereiteten. Der Vierseiter wurde neben der Tageszei­tung taz auch den Wochenzeitungen Der Freitag und Jungle World beigelegt, wo­durch wir eine Auflage von rund 120.000 Exemplaren erreichten. Das positive Feedback auf die Zeitung hat uns ermuntert, weiterhin unsere Ana­lysen auszuarbeiten und einem breiten Publikum vorzustellen.

Insgesamt gaben wir im vergangenen Jahr rund 70 Interview – darunter zahl­reichen Leit­medien wie Spiegel, Deutschlandfunk, Süddeutsche Zeitung und Tagesthemen. Das mediale Interesse stieg immer dann, wenn sich die Er­eig­nis­se in Syrien überschlugen, also insbesondere mit dem Chemiewaffenan­griff im August und der Entführung von Razan Zaitouneh.

UNTERSTÜTZUNG

Gutes bewegen an der Basis der Gesellschaft

Adopt a Revolution unterstützt in Syrien:

  • Projekte, die von AktivistInnen selbst entwickelt werden, um Zivilgesell­schaft, Demokratie und Partizipation zu stärken
  • Lokale Komitees, die den folgenden Grundsätzen folgen: Freiheit, Würde, Demokratie und Menschenrechte
  • Netzwerke von Studierenden, die für eine demokratische Gesellschaft stehen
  • Institutionen, die in Eigeninitiative inmitten der Gewalt das zivile Leben aufrecht erhalten

Dabei versuchen wir an zwei Stellen einen grundlegenden Unterschied zu grö­ßeren Organisationen zu machen, die den Aufbau der Zivilgesellschaft unter­stützen: Zum einen unterstützen wir nur Projekte, Initiativen und Netz­werke in Syrien selbst. Viele der für Syrien bestimmten Hilfsgelder anderer Organisationen fließen nicht direkt ins Land, sondern werden in den Nachbarländern oder für die Exi­lopposition eingesetzt, die ohnehin erst einmal deutlich bessere Bedingungen vorfinden. Zum anderen konzentrieren wir uns auf kleine Projekte der jungen Zivilgesellschaft. Viele größere Organisationen scheuen den Aufwand, ein Vor­haben von gerade einmal ein paar hundert Euro im Monat zu unterstützen. Doch gerade kleine lokale Projekte bergen viel Potenzial zur Demokratisierung, gesellschaftlichen Entwicklung und Partizipation. Hier lässt sich mit relativ we­nig Geld viel bewegen, wenn gute Ideen und engagierte und mutige AktivistIn­nen dahinter stehen.

Ende vergangenen Jahres haben wir erstmals neben spenden-finanzierten Pro­jekten auch solche umgesetzt, für die wir Gelder von institutionellen Förderern bekommen haben. Das gibt uns einerseits mehr Sicherheit, unsere laufenden Kosten hierzulande decken zu können. Gleichzeitig glauben wir, dass der An­satz von Adopt a Revolution richtig ist und möchten deshalb möglichst viel Geld für kleine, selbstorganisierte Projekte zur Verfügung stellen, die an der Basis der syrischen Gesellschaft für Partizipation, Emanzipation und Demokratisie­rung stehen.

Die Art, wie wir Projekte umsetzen, hat sich verändert. Während Adopt a Revolution zu Beginn des Aufstands vor allem mit den Netzwerken der Aktivis­tInnen zusammengearbeitet hat, um Projekte zu unterstützen, bauen wir inzwi­schen viel stärker auf eigene Kontakte direkt ins Land. Der Hintergrund ist, dass wir nach der Militarisierung des Aufstands viel genauer hinschauen müs­sen, welche Projekte sich aktiv gegen Konfessionalismus oder Militarisierung wenden. In dem Zusammenhang haben wir uns auch vom SRGC-Netzwerk (Syrian Revolution General Commission) getrennt, da einige Gruppen anfingen, sich zu radikalisieren. Das Netzwerk hat sich inzwischen aufgelöst, doch mit drei seiner Komitees arbeiten wir weiter direkt zusammen.

Doch auch die Zusammenarbeit mit dem anderen großen AktivistInnen-Netz­werk, den Local Coordination Committees (LCC) befindet sich im Wandel. Insbe­sondere nachdem im Dezember die Menschenrechtsanwältin Razan Zai­touneh mit ihrem Team entführt wurde, ist uns eine verlässliche Kontakt­person verloren gegangen. Razan, Trägerin des Europäischen Menschenrechts­preises, ist eine der letzten zivilen AktivistInnen der ersten Stunde, die während des Aufstands Syrien nicht verlassen hat. Es hat uns und dem Netzwerk viel Mühe gekostet, nach diesem Verlust die Arbeit neu zu koordinieren.

Mit Hilfe externer Geldgeber haben wir 2013 finanziert:

  • den Aufbau von drei Zentren für Zivilgesellschaft mit Unterstützung des Instituts für Auslandsbeziehungen
  • den Aufbau und Betrieb von zwei Schulen in Erbin, einem Vorort von Damaskus mit Unterstützung von medico international

Mit medico international verbindet uns seit Gründung von Adopt a Revolution eine enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Von den fast 250.000 Euro eingegangenen Spenden haben wir den Großteil für die Projektarbeit in Syrien eingesetzt. Wichtig ist jedoch auch die Informationsarbeit hierzulande, mit der wir dazu beitragen, eine Öf­fentlichkeit für die zivile Bewegung in Syrien herzustellen, und für eine Unterstützung der jungen syrischen Zivilgesellschaft zu werben. Insgesamt sind rund 221.500 Euro direkt in die Projektarbeit geflossen, davon knapp 40.000 Euro dafür, um die Projekte zu beraten, zu vernetzen oder anderweitig zu unterstützen. 94.000 Euro wurden für die Kampagnen- und Informationsarbeit eingesetzt, was bereits die Ge­haltskosten beinhaltet, und nur rund 5.400 Euro wurden für Verwaltung aufgewendet.

Zum Jahreswechsel waren die Rücklagen auf unserem Konto überraschend hoch. Das beruht zum einen darauf, dass wir Mittel, die erst 2014 ausgegeben werden sollen, schon zuvor abrufen mussten. Zum anderen sind im Dezember deutlich mehr Spenden eingegangen, als wir erwartet hatten.

Insgesamt haben wir mit Adopt a Revolution 16 Projekte, an denen 32 Gruppen aus ganz Syrien beteiligt waren unterstützt. Herzlichen Dank an alle, die mit einer Spende ihre Unterstützung für die syrische Zivil­gesellschaft ausgedrückt haben!

PROJEKTE

Überblick der unterstützen Projekte

Komitee Amuda, Hassakah, 7.150 Euro
Amuda liegt im kurdisch geprägten Nordosten Syriens, direkt an der türkisch­-syrischen Grenze. Das Komitee hat dort einen Raum geschaffen, in dem sich verschiedene Gruppen der Stadt treffen und austauschen können und koordi­niert die Hilfe für Flüchtlinge und Bedürftige. Im vergangenen Jahr haben Proteste gegen Repression durch die kurdische Partei der Demokrati­schen Union (PYD) eine zentrale Rolle in der Arbeit des Komitees eingenom­men.

Camp Yarmouk, Damaskus, 4.000 Euro
Im Frühjahr 2013 wurde das Camp Yarmouk von der Regime-Armee vollständig abgeriegelt. Die Menschen hungern. Es fehlt auch akut an Medikamenten. Die humanitäre Katastrophe spitzt sich kontinuierlich zu. Das Watad Center für zivi­le Verteidigung dokumentiert den bedrückenden Alltag, leistet Medienarbeit und organisiert Kurse, um den Menschen im Stadtteil Methoden der zivilen Kon­fliktlösung zu vermitteln. Im Oktober wurde das Watad Center überfallen und die Technik gestohlen. Wir haben dazu beigetragen, dass die AktivistInnen ge­brauchte Elektronik aus dem Stadtteil als Ersatz besorgen konnten.

Alternative Stadtverwaltung Daraa, 15.000 Euro
Einige Stadtteile von Daraa werden von Aufständischen gehalten, andere von der Assad-Armee – und dazwischen wird ständig mit unterschiedlicher Intensi­tät gekämpft. Nach dem Rückzug des Bürgermeisters haben AktivistInnen voll­ständig die Stadtverwaltung übernommen. Sie kümmern sich jetzt genauso um Krankenhaus und Müllabfuhr, wie um die Wasser-, Abwasser- und Stromversorgung und das in allen Stadtteilen, ob unter Regimekontrolle oder bei den Aufständischen.

Das Titelblatt der 104. Ausgabe von Enab Baladi

Das Titelblatt der 104. Ausgabe von Enab Baladi

Untergrundzeitung Enab Baladi, Daraya, Damas­kus, 3.000 Euro
Bereits seit 2012 erscheint in Daraya, einem Vorort von Damaskus, alle zwei Wochen die lokale Zeitung Enab Baladi mit unabhängigen Informationen und Berichten. Sie hat inzwischen einen hohen qualitativen Standard und ihre Online-Ausgabe wird landesweit gelesen. Wir haben geholfen, die Redaktion mit Computern und Ka­meras auszustatten und sie mit Zeitungen in Deutsch­land in Kontakt gebracht.

Komitee Erbin, Damaskus, 5.200 Euro
Das Komitee in Erbin ist findig, wenn es darum geht, Lö­sungen für Probleme zu finden. Mit gerade einmal 14 Mitgliedern schaffen es die AktivistInnen, immer weitere Projekte aufzubauen und die Menschen der Stadt dafür zu gewinnen. In dem belagerten Vorort vor Damaskus haben sie nicht nur Schulen und ein Kul­turzentrum aufgebaut (siehe unten), sondern auch Suppenküchen organisiert, eine Bibliothek eingerichtet und ein Medienzentrum etabliert. Nach dem Che­miewaffenangriff vom 21. Au­gust waren sie als erste vor Ort, um Verwundete zu versorgen und das Grauen zu dokumentieren: An die­sem Tag gingen ihre Bilder um die ganze Welt.

Schulprojekt Erbin, Damaskus, 18.077 Euro

Schule im Untergrund

„Wir bauen unsere Zukunft.“ Die Schule in Erbin hat aus Sicherheitsgründen keine Fenster, falls in der Nähe Geschosse einschlagen.

Als Islamisten religiöse Schulen in Erbin errichten wollten, organisierten Aktivis­tInnen des lokalen Komitees die Neuaus­richtung der vormals staatlichen Schu­len, um eine qualitätsvolle Alternative zu schaffen. Sie erreichten insgesamt neun Schulen in der Stadt für 5.220 SchülerIn­nen, die auf Religionsunterricht und die alten Schulbücher aus der Diktatur verzichten. Gemeinsam mit medico interna­tional unterstützt Adopt a Revo­lution den Aufbau und Betrieb von zwei Schulen, auf denen 1.365 SchülerInnen aller Jahrgangsstufen angemeldet sind. „Wir dür­fen nicht zulassen, dass inmit­ten der Revolution eine ganze Generati­on ohne Bildung heranwächst“, begrün­det Maryam Shara, Direktorin einer der Schulen, warum sie das Projekt so wichtig findet. In den Schulen wird in zwei Schichten – vormittags und nachmittags – unterrichtet, damit möglichst viele Kinder vom Unterricht profitieren können.

Fraternity Center Hassakah, 5.000 Euro
AktivistInnen im kurdisch-geprägten Hassakah wollen mit dem „Zentrum der Brüderlichkeit“ den zivilen Ausgleich zwischen verschiedenen Bevölkerungs­gruppen fördern. Zu den ersten gemeinsamen Aktionen des Zentrums gehörte eine Aktion zur Beseitigung des Mülls in der Stadt und das Pflanzen von Bäu­men. Beide Aktionen sowie den Aufbau des Zentrums hat Adopt a Revolution mit insgesamt 5.000 Euro unterstützt.

Komitee Latakia, 4.166 Euro
Die meisten der AktivistInnen des Komitees von Latakia müssen nach wie vor im Geheimen agieren – und das seit knapp drei Jahren. Sie haben sich ein persönliches Netzwerk auf­gebaut, über das sie Informationen über Verhaftungen, Angriffe und Zerstörun­gen dokumentieren. Wir haben dazu beigetragen, dass sich die InformantInnen anonym im Internet bewegen können und so mit der Außenwelt kommunizie­ren.

AktivistInnen übermalen radikalislamistische Graffiti

AktivistInnen übermalen radikalislamistische Graffiti

Jugend-Zukunftsbewegung Menbej, Aleppo, 4.800 Euro
Ihr Ziel ist es, insbesondere Aktivitäten für Kinder und Jugendliche zu entwickeln, die sie an eine demokratische Gesellschaft heranfüh­ren, damit sie nicht in die Fänge der radikalen Islamisten geraten. Hierzu haben die AktivistInnen Theaterworkshops angeboten, Schulen wieder hergerichtet und regelmäßig Graffiti mit Hassbotschaften übermalt.

Komitee Qudssaya, Damaskus, 4.200 Euro
Die AktivistInnen in Qudssaya, einem Vorort von Damaskus, haben viel Erfah­rung damit, sich um Binnenflüchtlinge zu kümmern, denn in kaum einer ande­ren Gegend sind so viele von ihnen untergekommen. Das Komitee bietet kon­krete Hilfsleistungen an, macht Medienarbeit und beteiligt sich an der lokalen Selbstverwaltung.

Komitee Salamiyya, Hama, 8.100 Euro
In der Stadt leben besonders viele Angehörige von Minderheiten, darunter Is­maeliten. Das Komitee hat mit der Freien Syrischen Armee ausgehandelt, dass sie den Versuch unterlässt Salamiyya einzunehmen, weil sonst Massaker der Armee an der Zivil­bevölkerung befürchtet werden, die anderen in die Schuhe gescho­ben werden sollen. Außerdem produzieren die AktivistInnen die Lokalzeitung Hanta, die in der Türkei gedruckt wird und dann auf Schleichwegen durch die Absperrungen geschmuggelt wird.

AktivistInnen-Netzwerk der Local Coordination Committees (LCC), 48.000 Euro
Landesweit sammeln die AktivistInnen der LCC Informationen über Angriffe, Verwundete, Getötete, dokumentieren die Vorgänge und bereiten sie für die in­ternationale Öffentlichkeit auf. Darüber hinaus arbeiten in zahlreichen Städten Gruppen an lokalen Aktionen, Demonstrationen und Kampagnen. Die Bewaffne­ten mahnen sie regelmäßig zur Einhaltung der Grundsätze von Recht und Ge­rechtigkeit, von lokalen Autoritäten fordern sie Transparenz und Partizipation und vom Regime die Einhaltung von Menschenrechten. Am 10. Dezember wur­de Razan Zaitouneh, Menschenrechtsanwältin und Sprecherin des Netzwerks, in Douma, einem Vorort von Damaskus, verschleppt. Ihr Verbleib ist wei­terhin ungewiss. Über das Netzwerk haben wir im Lauf des Jahres verschiedene Gruppen in 16 Städten mit durchschnittlich 500 Euro im Monat bei ihrer Arbeit unterstützt.

Mit Humor die Diktatur herausfordern. Die KünstlerInnen von Masasit Mate.

Mit Humor die Diktatur herausfordern. Die KünstlerInnen von Masasit Mate.

Satirisches Puppentheater „Top Goon“, 17.521 Euro
„Mit Satire die Verhältnisse enttarnen“, das ist das Ziel der Gruppe Masasit Mate. Wir haben das Team aus professionellen SchauspielerInnen, KünstlerInnen und Regisseuren bis Mitte 2013 dabei unterstützt, eine Serie von Hand­puppen-Sketchen zu produzieren. In „Top Goon – Die Tagebücher eines kleinen Dikta­tors“ spielt der Charakter von Baschar al­-Assad selbst die Hauptrolle und stellt aktuelle Ereignisse der syrischen Revolu­tion dar.


Trailer der Serie „Top Goon 2“

Union Freier Syrischer Studierender (UFSS), 20.000 Euro
Landesweit koordinieren sich Studierende in der UFSS, um in den Universitätsstädten für die Rechte von Studierenden, aber auch für Menschen-, Min­derheiten- und Frauenrechte einzutreten. In Raqqa, das von Dschihadisten kontrolliert wird, koordinieren AktivistInnen Flashmobs, in Dair az-Zur, wo die Universität bei Kämpfen zerstört wurde, orga­nisieren Studierende inzwischen die Lehrveran­staltungen selbst. Die syrische Exilregierung hat das Netzwerk inzwischen als offizielle Stu­dierendenvertretung anerkannt.

Proteste der Studierenden am Campus in AleppoUnion Kurdisch-Syrischer SchülerInnen und Studierender (UKSS), 2.800 Euro
Bereits in vier vornehmlich kurdisch-geprägten Städten hat die UKSS Büros er­öffnet, um junge Menschen für Demokratie, Menschen- und Minderheitenrechte zu begeistern. Dazu ge­hörten Kampagnen zur Stärkung der Solidarität zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen im gemeinsamen Kampf für politische Freiheiten.

Drei Zentren für Zivilgesellschaft
Um zivilen Gruppen in Syrien einen Ort zu geben, an dem sie sich treffen, aus­tauschen und miteinander arbeiten können, haben wir 2013 drei Zentren für Zi­vilgesellschaft aufgebaut. Neben der Wirkung auf die lokale Zivilgesellschaft soll zwischen den Zentren ein Netzwerk entstehen, um politische Ereignisse sy­rienweit zu diskutieren, anstatt sich nur mit den Problemen in der unmittelba­ren Umgebung zu beschäftigen. Weitere Zentren sollen folgen.

Eine Gruppe von Frauen trifft sich im Kulturzentrum von Erbin

Eine Gruppe von Frauen trifft sich im Kulturzentrum von Erbin

1) Kulturzentrum Erbin, Damaskus, 5.250 Euro
Maßgeblich vom Lokalen Komitee Erbin getragen ist das Kulturzen­trum in einem ehemaligen Möbel­haus entstanden. Das Zentrum arbeitet tagsüber vor allem mit Kindern, bietet psycholo­gische Betreuung, Nachhilfeunter­richt und Zeichenkurse an, abends steht es für Treffen von zivilen Akti­vistInnen und anderer Gruppen zur Verfügung. So trafen sich hier Apotheker aus Erbin und benachbarten, ebenfalls vom Regime abgeriegelten Vorstädten, um Erfahrungen mit der Eigenproduktion von drin­gend benötigten Medikamenten auszutauschen.

2) SyrerInnen für Syrien, Zentrum für Zivilgesellschaft Menbej, Aleppo, 6.185 Euro
Seit über einem Jahr versuchen Dschihadisten in der 150.000-EinwohnerInnen zählenden Stadt Menbej die Oberhand zu gewinnen. Auf ihren Erfahrungen im Protest gegen die Unterdrückung aufbauend haben AktivistInnen der Jugend-Zukunftsbewegung ein Zentrum für Zivilgesellschaft gegründet. Ihr Schwerpunkt ist, Frauengruppen zu ermuntern, für ihre Rechte einzustehen und LehrerInnen weiterzubilden, damit sie Unterricht für eine plurale, demokrati­sche Gesellschaft anbieten können. Mehrere der AktivistInnen wurden von den Dschihadisten von ISIS (Islamischer Staat im Irak und Syrien) mit dem Tode be­droht und sind untergetaucht. Ende Januar 2014 musste das Zentrum vorübergehend aus Sicherheitsgründen schließen.

3) Mandela Haus Qamishli, Hassakah, 3.200 Euro
An der Grenze zwischen einem kurdischen und einem assyrischen Stadtteil und ganz in der Nähe eines arabischen Wohngebiets ist das Mandela Haus für Zivil­gesellschaft entstanden. Die AktivistInnen bieten Räumlichkeiten für alle zivilen Gruppen in der Stadt an, organisieren Film- und Diskussionsabende und versu­chen die Bevölkerung dazu zu bewegen, sich einzumischen. Damit wollen sie zu einer offenen Gesellschaft beitragen, die nach dem Abzug des Assad-Regi­mes nicht wieder von einer politischen Partei dominiert wird.

Adopt a Revolution-Zeitung: Die Menschen in Syrien improvisieren ihre Zukunft

ZAHLEN

Einnahme-Ausgaben-Rechnung 2013

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Einnahmen und Ausgaben von Adopt a Revolution im vergangenen Jahr. Die Details zu den einzelnen Bereichen sind weiter oben im Text erläutert. Die großen Überträge zu 2014 kommen zustande, weil wir Ende des Jahres bereits hohe Summen an Drittmitteln abrufen mussten, um sie im neuen Jahr zu verwenden. Zudem sind im Dezember deutlich mehr Spenden als erwartet eingegangen, wodurch wir bereits im Januar neue Förderprojekte aufnehmen konnten.

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