Aufruf: 16.3., 14 Uhr - Demonstration zum 8. Jahrestag der syrischen Revolution in Berlin

Vor acht Jahren, im März 2011, begann in Syrien die demokratische Revolution gegen das brutale Regime des Assad-Clans. Aus diesem Grund rufen syrische, deutsche und internationale Aktivistinnen und Aktivisten zu einer zentralen Demonstration in Berlin auf. Adopt a Revolution unterstützt diesen Aufruf!

> Wann?: Samstag, 16. März 2019, ab 14 Uhr
> Wo?: Berlin-Alexanderplatz (Neptunbrunnen) bis Pariser Platz
> Facbook-Link…

Trotz Krieg, Terror, Tod und Vertreibung, trotz mindestens 500.000 Toten und 13 Millionen Geflüchteten, trotz rund 100.000 Menschen, die in den Gefängnissen des Assad-Regimes eingekerkert sind, gibt es noch immer demokratischen Widerstand in Syrien. In der Provinz Idlib im Nordwesten des Landes protestieren Menschen weiter gegen das Regime und gegen islamistische Gruppen. Der Nordosten des Landes steht unter kurdisch dominierter Selbstverwaltung und trotz des Kriegszustands mit den Resten des so genannten „Islamischen Staats“ ein Ort der relativen Freiheit und Stabilität. In anderen Städten rührt sich der Protest im Untergrund, auch im achten Jahr der syrischen Revolution.

Das Assad-Regime und seine Verbündeten behaupten, Syrien befinde sich auf dem Weg der Normalisierung und propagiert den „Wiederaufbau“. Wir hingegen sagen, eine „Normalisierung“ unter einem massenmörderischen Regime kann und darf es nicht geben. Die Menschenrechtsverbrechen in Syrien halten weiter an.

Unvorstellbar ist das Elend in den Flüchtlingslagern. So befinden sich etwa im Flüchtlingslager Rukban im Süden von Syrien mehr als 62.000 Menschen – die meisten von ihnen sind Frauen und Kinder – in einer dramatischen Situation. Das UN-Welternährungsprogramms (WFP) in Syrien spricht von einem der schlimmsten humanitären Notfälle. Im Januar starben in verschiedenen Flüchtlingslagern mindestens 45 Kinder an Kälte und mangelnder medizinischer Versorgung.

Kritik üben wir auch an Institutionen in Deutschland und Europa: Deutschland als zweitgrößter Geber internationaler Hilfe für Syrien muss seine Gelder konditionieren und die Umsetzung streng, sonst droht ein beachtlicher Teil davon – auch über den Umweg der UN – als Kriegsdividende an das Assad-Regime zu fließen.

Wir lehnen auch die Praxis ab, nach der Syrerinnen und Syrer in Deutschland nach wie vor gezwungen werden, zur Verlängerung ihrer Papiere die syrische Botschaft aufzusuchen. Nicht nur ist es unzumutbar, dass Geflüchtete den Vertretern eines Regimes gegenübertreten müssen, das sie vertrieben und ihre Verwandten und Freunde ermordet hat; die außerordentlich hohen Gebühren, die für die Ausstellung von Papieren erhoben werden, dienen zudem der Finanzierung des Krieges, den das Assad-Regime weiter gegen die eigene Bevölkerung führt.

In Solidarität mit den demokratischen Aktivstinnen und Aktivisten in Syrien und im Exil fordern wir:

  • Ende der Straflosigkeit für Massenverbrechen in Syrien
  • Die Freilassung und Aufklärung des Schicksals der Gefangenen und Verschwundenen muss am Anfang aller weiteren politischen Prozesse stehen
  • Ausreichende Hilfslieferungen und -zahlungen zur Stabilisierung von Gebieten, die nicht unter Kontrolle des Assad-Regimes stehen
  • Unkonditionierter Zugang für internationale Hilfsorganisationen zu allen Flüchtlingslagern
  • Keine Kooperation mit dem Regime beim Wiederaufbau des Landes
  • Keine wirtschaftliche Zusammenarbeit und keine diplomatischen Beziehungen mit dem Assad-Regime
  • Kein Zwang für Syrerinnen und Syrer in Deutschland, für Passangelegenheiten die syrischen Botschaft aufzusuchen
  • Einen klaren Fahrplan für einen demokratischen Übergangsprozess ohne das Regime von Assad

Dieser Aufruf basiert zu großen Teilen auf dem Aufruf des Demo-Bündnisses.

Aktuell unterstützt Adopt a Revolution in Syrien 20 zivile Projekte – für Demokratie, Gleichberechtigung und Menschenrechte. Zwar werden Projekte der Zivilgesellschaft nicht die Assad-Diktatur stürzen, aber sie leisten einen wichtigen Beitrag zu einer gerechten syrischen Gesellschaft. Helfen Sie mit, tragen Sie mit Ihrer Spende dazu bei!

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Herzlichen Dank!