Im Kreuzfeuer zwischen Assad-Regime und Dschihadisten haben Mohammed Shakrdy und seine Mitstreiter in Atareb ein zivilgesellschaftliches Zentrum gegründet. Ihr Ziel: "Eine pluralistische Gesellschaft, soziale Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und Freiheit".
Qamishli steht unter kurdischer Selbstverwaltung. Aber hier leben nicht nur KurdInnen, sondern auch AraberInnen, ArmenierInnen, AssyrerInnen und andere Minderheiten. Im Zivilen Zentrum „Mandela House“ setzen sich AktivistInnen für interkulturellen Dialog und Konfliktbewältigung ein.
Die Eskalation der Gewalt erschwert ziviles Engagement. Die AktivistInnen des „Sila Centers“ in Daraa wollen deshalb die lokalen zivilgesellschaftlichen Gruppen besser miteinander vernetzen. „Wir wollen ihre Kräfte bündeln, um wieder stärker für eine demokratische Gesellschaft eintreten zu können.“

 

 

Ziviles Engagement im Krieg – gibt es das wirklich?

Zivilistinnen und Zivilisten leiden, sterben oder fliehen. Sonst tun sie nichts. Diesen Eindruck vermitteln die Nachrichten aus Syrien. Denn andere Rollen sieht die Kriegsberichterstattung für Unbewaffnete kaum vor. Doch jenseits der Medienberichte sieht die Realität in Syrien oft anders aus.

ZivilistInnen sind Opfer dieses Krieges, aber sie sind nicht passiv. Vielerorts streiten zivile AktivistInnen solidarisch für eine bessere Zukunft jenseits von Diktatur und Gewaltherrschaft. Trotz Bomben, Belagerung und dem Terror bewaffneter Gruppen.

Mehr zum Thema: Menschenrechtsarbeit unter Bomben und Belagerung

 

Sollen die sich doch die Köpfe einhauen?

Die immer gleichen Berichte über Kämpfe und Bombardements stumpfen uns ab. „Sollen die sich doch die Köpfe einhauen“, heißt es dann.

Nehmen wir dagegen zur Kenntnis, dass mitten im Krieg ZivilistInnen auf Frieden, Gerechtigkeit und Freiheit hinarbeiten, wächst das Verständnis dafür, dass uns ihre Situation etwas angeht und dass wir etwas tun können: Eben jene zu unterstützen, die sich gewaltfrei für eine bessere Zukunft für alle Menschen einsetzen.

Unterstützen Sie die Zivilen Zentren mit Ihrer Spende:

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Von uns geförderte Projekte in Syrien:

 


Zivile Zentren & Initiativen


Sie vernetzen zivile Initiativen, um ihre Kräfte zu bündeln, fördern den Erfahrungsaustausch der Gruppen untereinander und unterstützen die Bevölkerung bei der Selbsthilfe. So schaffen Zentren der Zivilgesellschaft vor Ort Strukturen, mit deren Hilfe sich die Menschen mit friedlichen Mitteln gegen Diktatur und Dschihadismus zur Wehr setzen. Erfahren Sie im Folgenden mehr über die mutige Arbeit der von Adopt a Revolution unterstützten Initiativen!

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PÊL Mandela Haus, Qamishli

In Zeiten größter gesellschaftlicher Polarisierung bauen die AktivistInnen des Mandela House im nordsyrischen Qamishli Brücken zwischen den ethnischen und religiösen Gruppen der vielfältigen Region. Seit der Gründung im Herbst 2013 hat das Kernteam aus vier AktivistInnen und einem Kreis von dutzenden Freiwilligen einen Ort des Dialogs geschaffen. „Wir wollen eine Kultur des Austauschs und der Akzeptanz schaffen, damit eines Tages der Dialog stärker ist als die Waffen“, erklärt Osama, der Koordinator des Mandela House. Damit ist das Zentrum, in dem regelmäßig AktivistInnen aus mehr als 20 Organisationen zusammenkommen, so etwas wie ein Demokratielabor: Während der Kommunalwahlen organisierten sie WahlbeobachterInnen, zur Rolle von Minderheiten, Frauen, Grundrechten und Wirtschaft in der Demokratie führten sie Veranstaltungsreihen durch. Außerdem zeigt das Mandela House Filme, gibt Seminare und Workshops und weitet seine Aktivitäten in andere Städte aus. Für eine Kampagne gegen Gewalt an Frauen zogen sie durch die umliegenden Dörfer. Lesen Sie hier einen ausführlichen Bericht.

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Ziviles Zentrum Atareb

In Atareb bauten AktivistInnen ein Zentrum der Zivilgesellschaft auf. Es soll auch das Gemeinwesen heilen, das nach fünf Jahren Krieg durch Misstrauen und Furcht geschwächt ist. Zum Team gehören auch ehemalige AktivistInnen des Lokalen Koordinationskomitees, die nicht nur gegen das Regime ankämpfen, sondern auch erfolgreiche Proteste gegen die dschihadistische Nusra-Front organisierten. „Wir lassen nicht zu, dass Dummköpfe und Extremisten unsere Revolution missbrauchen!“, sagen sie damals und stehen bis heute zu ihrem Wort. Immer wieder gelang es der Stadt dank der organisierten Zivilgesellschaft Übergriffe der Radikalen abzuwehren. Lesen Sie hier einen ausführlichen Bericht über das Zentrum in Atareb.

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AktivistInnen in Atareb, Aleppo, entfernen die Parolen dschihadistischer Kämpfer

AktivistInnen in Atareb, Aleppo, entfernen die Parolen dschihadistischer Kämpfer

Newroz Zentrum Amuda

Für die AktivistInnen im kurdischen Amuda ist Solidarität mit dem arabischen Teil Syriens zentral. Im Mittelpunkt steht die Solidarität mit den Opfern der Assad-Diktatur. Ob Menschen unter Belagerung leben oder mit Fassbomben angegriffen werden – Ethnien und Konfessionen spielen hier keine Rolle. Auch nach dem Rückzug des Regimes bleiben sie aufmüpfig: Gegen die willkürliche Festnahme durch lokale Polizeikräfte organisierten sie eine Platzbesetzung und einen Hungerstreik, ihr Zentrum dokumentiert Menschenrechtsverletzungen. Lesen sie hier einen ausführlichen Bericht darüber, wie das Zentrum zwischen den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen vermittelt.

Jetzt das Zivile Zentrum Amuda unterstützen!

 

Ziviles Zentrum Tell Tamer

Trotz regelmäßiger Angriffe durch Dschihadisten und lokale Autoritäten gelingt es dem Zivilen Zentrum Tell Tamer, KurdInnen, AraberInnen und christliche AssyrerInnen miteinander in Dialog zu bringen, damit Konfikte gar nicht erst entstehen.

Jetzt das Zivile Zentrum Tell Tamer unterstützen!

Mandela House, Qamishli

Mandela House, Qamishli

Watad/Hooz Zentrum, Azaz

Beschreibung folgt.

 

Frauenzentrum Idlib

Beschreibung folgt.

 

Frauenzentrum Hassakeh

Beschreibung folgt.

 

PÊL Frauennetzwerk, Nordsyrien

Beschreibung folgt.

 

Frauenzentrum Sawiska, Qamishli

Beschreibung folgt.

 

In Atareb protestieren ZivilistInnen gegen die Präsenz von Waffen im städtischen Raum. Foto: CSC Atareb

 


Medienprojekte & Kampagnen


Freie Meinungsäußerung und freie Medien sind die Grundlage jeder Demokratie. In ganz Syrien arbeiten MedienaktivistInnen daran, Missstände anzuprangern und öffentlich zu machen. Sie dokumentieren Menschenrechtsverletzungen und Verfehlungen aller Seiten.

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Souriatna

Seit September 2011 erscheint Souriatna (Unser Syrien) – eine der führenden und qualitativ hochwertigsten oppositionellen Zeitungen Syriens, bekannt nicht nur für ihren Journalismus, sondern auch für ihre Kreativität. Mit einem landesweiten Korrespondentennetz, das selbst unter der IS-Herrschaft noch bis nach Raqqa reichte, berichten sie unter Einsatz ihres Lebens über die neuesten Entwicklungen – den ursprünglichen Werten der Revolution tief verbunden. Als die RedakteurInnen nach den Anschlägen auf Charlie Hebdo „Je suis Charlie“ auf den Titel setzten, kam es zu Angriffen seitens der dschihadistischen Nusra-Front. Unterkriegen lassen sie sich dennoch nicht. Denn für die Herausgeber des Blattes ist die Zeitung das Lebenszeichen einer echten Revolution: die Idee einer Gesellschaft, die das freie Wort schätzt, schwarz auf weiß. Mehr über die Arbeit der JournalistInnen erfahren Sie in diesem Bericht der Süddeutschen Zeitung.

2015 erhielt die Souriatna den Sonderpreis des European Newspaper Award.

Jetzt Souriatna unterstützen!

 

Welat Magazin, Qamishli

Während der Assad-Diktatur war der öffentliche Gebrauch der kurdischen Sprache verboten. Das Welat Magazine nutzt die neuen Freiheiten und möchte seine LeserInnen in ihrer eigenen Sprache zu erreichen. Jede Ausgabe hat jedoch auch arabische Seiten, um Binnenflüchtlinge zu erreichen. Inhaltlich dreht sich das Magazin um lokale und gesamtsyrische Nachrichten, immer mit einem gesellschaftlichen Blick „von unten“.

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Human Rights Guardians

Zigtausende Syrerinnen und Syrer verschwanden einfach in Haftzentren oder an Checkpoints. Die Organisation Human Rights Guardians recherchiert ihre Fälle und leitet die gesammelten Informationen an die UN weiter.

 


Welche Art von Projekten unterstützt Adopt a Revolution?


Adopt a Revolution unterstützt syrienweit eine breite Vielfalt zivilgesellschaftlicher Projekte. Dabei steht an erster Stelle, dass jedes der geförderten Projekte ausschließlich unbewaffnete und friedliche Aktionen durchführt. Die Überzeugung dahinter ist, dass eine gerechte Gesellschaft, dauerhafter Frieden und die positive Entwicklung eines Staates nur unter Beteiligung aller gesellschaftlichen Gruppen möglich ist. Diese Projekte liefern eine wichtige Basis für demokratische und tolerante Strukturen – daher benötigen sie dringend Unterstützung.

In Zeiten akuter Not helfen die AktivistInnen zudem den Betroffenen: Durch humanitäre Hilfe, solidarisches Miteinander und zum Teil auch durch finanzielle Unterstützung. Die Projekte reichen von unabhängigen Mediencenter zur Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen über zivilgesellschaftliche Zentren mit Räumen zum Austausch und für kulturelle Veranstaltungen über autonome Schulen in Regionen, die nicht mehr unter der Kontrolle der Regierung stehen, deren Anwohner ihre Kinder aber auch nicht der Erziehung religiöser Eiferer überlassen möchten.

Die Projekte werden von syrischen PartnerInnen vor Ort durchgeführt. Adopt a Revolution unterstützt finanziell, durch Beratung und Öffentlichkeitsarbeit sowie mit solidarischem Beistand. Mit allen Projekten stehen wir in kontinuierlichem Kontakt, verfolgen intensiv die Entwicklungen vor Ort und passen die Umsetzung gemeinsam mit den PartnerInnen an die Lage vor Ort an.

Helfen Sie mit, die junge syrische Zivilgesellschaft zu stärken. Unterstützen Sie diese Projekte mit Ihrer Spende!

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